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© Bruno Gmünder Verlag |
| Der junge Alexander - von Roger Peyrefitte |
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Adonis mit Lanze
Vor dem Hollywoodfilm erscheint Roger Peyrefittes
Roman-Trilogie über Alexander den
Großen
28. Juli 356 vor Christus: Phillip II., König von
Makedonien, erwartet die Geburt eines Sohnes. Auf dem First des Palastes in
Pella verharren zwei Adler den ganzen Tag. Wahrsager prophezeien daraufhin dem
Königsspross die Herrschaft über ein riesiges Reich.
Um den Mann, der später die Welt erobern sollte,
ranken sich Legenden. Noch heute ist Alexander der Große – wenn auch altmodisch
anmutend – als historisches „Vorbild“ für Homosexualität im Dienst. Nach dem
Motto: Seht mal, der war auch schwul!
Historiker haben viel über den Herrscher
geschrieben und ebenso viel über dessen Homosexualität weggelassen. Was für ein
Mensch war der Eroberer eines Weltreichs, der Homer’s Gedichte ebenso kannte wie
den Umgang mit dem Schwert? Wie und wen liebte er, der nach zeitgenössischen
Schilderungen so schön wie Adonis war? Welche Folgen hatten glückliche
Liebesnächte auf die Feldzüge und wie wirkten sich Niederlagen aus im
„Schlachtfeld“ Bett?
Fesselnde Antworten lieferte schon vor über 20
Jahren der als Skandalautor verschriene französische Schriftsteller Roger
Peyrefitte (1907-2000) in seiner preisgekrönten dreiteiligen Roman-Biografie
über Alexander den Großen. Viele Jahre widmete sich Peyrefitte dem Mythos – und
war fasziniert. Mit seiner monumentalen Triologie setzte er seinem Helden ein
literarisches Denkmal.
Roger Peyrefitte stammte aus gutem Hause und war
Zögling einer Jesuitenschule. Nach dem Studium von Literatur und Politik begann
1931 seine steile Diplomaten-karriere. Infolge eines „Verstoßes gegen die guten
Sitten“ – er war offen homosexuell – flog er 1945 aus dem Staatsdienst.
Ein Jahr zuvor hatte er mit seinen homoerotischen
Internatserinne-rungen „Heimliche Freundschaften“ seinen ersten großen Erfolg
und den Durchbruch als Schriftsteller.. Fortan war es ihm ein Anliegen, die
Verlogenheit in der Gesellschaft und ihren Institutionen anzuprangern. So
sorgten in den 50er und 60er Jahren weitere Enthüllungen in Romanform für
Aufsehen. „Die Schlüssel des Vatikan“ (1955) brachte ihm eine Verleumdungsklage
ein, und Marlene Dietrich musste er 20.000 Mark zahlen, weil er sie in einer
Publikation als Mitläuferin Hitlers bezeichnet hatte.
In diesen Kontext reiht sich auch die
Mammut-Biografie über Alexander den Großen ein. Minutiös füllte Peyrefitte die
historischen Lücken und erweckte die heroische Geschichte mit erotischem Leben.
Pflichtlektüre, bevor die große Hollywood-Produktion von Oliver Stone, u.a. mit
Anthony Hopkins und Colin Farrell, im Herbst in die Kinos kommt.
Rezension mit
freundlicher Genehmigung von MÄNNER aktuell – die monatliche
Zeitschrift für das beste am Mann.
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