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SURF - Teen Planet
SURF - Teen Planet
© home records / sony music
SURF - Teen Planet

Ein höheres Elektro-Wesen ist los. Lebendiger, liedlicher, sängerischer als je ein Elektro-Wesen zuvor, hat es sich der drei Surfs bemächtigt und erfüllt in außerirdischem Auftrag jugendliche Sphären.

 

Die Sache ist ernst! Wer den „Teen Planet“ für einen Jugendfreizeitpark hält, verkennt seinen Ursprung. Entdeckt hat ihn vor 24 Jahren ein gewisser Patrick Cowley, Bescheidwissern bekannt als Urheber des euphorischen „You Make Me Feel (Mighty Real)“. Er komponierte „Teen Planet“ 1980, nachdem er von der Theorie erfuhr, dass Außerirdische seit den 50er-Jahren ein spezielles Strahlenfeld um die Erde gelegt haben. Es soll die Jugend dazu bewegen, allen Werbefeldzügen der Industrie zu folgen. Ein Abkommen zwischen den Außerirdischen und den Machtbesessenen unserer Erde heißt USA – „United Space Agreement“. Es regelt die Zukunft der Erde und ihren Stand im Universum, indem es junge Menschen manipuliert und davon abbringt, eine Opposition und Front gegen das Imperium des Universums zu bilden. Statt dessen kaufen sie nur noch Fast Food, Clearasil und die neuesten LPs (heute: Klingeltöne, Games, Scoubidous).

Dennoch funktioniert diese Manipulation nicht bei jedem Menschen. Immer wieder gibt es Jugendliche, die sich gegen die fremde Macht und die Übernahme durch die irdische Industrie wehren. Doch diese Einzelfälle werden als Verrückte und Wahnsinnige verurteilt.

 

Nachdem er Kontakte zur Gegenbewegung geknüpft hatte, verarbeitete Patrick Cowley die Wahrheit auf seinem ersten Album. Auf diese Weise wollte er die Fakten unauffällig unters Volk bringen und es wachrütteln. Doch Cowley starb zwei Jahre später und konnte die Menschheit so nicht hinreichend aufklären. Nun ist das Jenseits aber nur einen Tod weit entfernt, und Cowley ist es gelungen, sich von dort in das Strahlenfeld einzuschmuggeln. In Surf fand er schließlich das vollkommene Medium, um sein Werk fortzusetzen. Ein Grund dafür mögen die unsteten Seelen der drei Surfs sein, mit denen sie es bislang durchs Leben geschafft haben.

 

GOD und Joe tabu begaben sich nämlich schon jung ins Abseits, indem sie Devo hörend durch hessische Dörfer zogen und später mit blau gefärbten Haaren den Raum Bremerhaven zum Ausgangspunkt ihrer Herrschaft über die Welt im Sinne der 80-er-Jahre-Ästhetik machten. Sie explodierten bald darauf in zwei Teile, nach Mannheim und Berlin.

 

Über Achim Degen ist wenig bekannt, außer dass ihn von Mannheim über Köln bis Hamburg jeder kennt.

 

Vor zwei Jahren, während eines ihrer gemeinsamen Live-Konzerte, hob ein elektrolytischer Kurzschluss Surf auf ein höheres Energieniveau. Sie beschlossen, fortan zu dritt zu bleiben und dem Rocktier zu huldigen, das sie zunächst zaghaft, später wie von Sinnen von der Bühne gelassen hatten. Es war wieder da, dieses überrissen-futuristische Lebensgefühl, als Kraftwerk und New Wave noch vor ihrer Kernfusion standen und Glamour keine Kaffee-Illustrierte für Sekretärinnen war.

 

„Teen Planet“ ist ein Karussell von Geschichten, die nur jeweils für ihre Sache stehen, aber doch einem Kosmos angehören. Ob es die feucht erregte Boygroup ohne Herkunft ist („I’m A Boy“), ein party- und liebesbedürftiger Yeti („Explorer“), ein Reisender, der sich für John Lennons irdischen Sprecher & Sänger hält („I’m On Fire“), ein Überlandbus voller australischer Jungfern („Sorry“), ein Querulant & Spielverderber („Crowdsmashing Bomb“) oder der kasachische Fallschirmspringer, dessen Schirm sich nicht öffnet („I Fall“), sie alle eint ihre ausweglose Lage und gleichzeitig die Schönheit des Trotzdems inmitten ihres jugendlichen Scheiterns.

 

Apropos schön scheitern: Wer herausfindet, welches Stück auf „Teen Planet“ von Paul McCartney ist, darf sich bei Surf als Schreibkraft bewerben.

Link:
Eine Aufwändig produzierte Flashcard (ca. 1,8 MB könnt Ihr hier downloaden

Link:
SURF Video „I’m A Boy“

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