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LE POP EN DUO
LE POP EN DUO
© Le Pop Musik
LE POP EN DUO

DIE DUETTE DER NOUVELLE SCÈNE FRANÇAISE

 

Das wahrscheinlich berühmteste Duett der Popgeschichte ist ein französisches – aber nicht erst seit "Je t’aime .. moi non plus" zählt das Duett zum festen Repertoire der französischen Musikszene. Die Einladung anderer Künstler ans Mikro gehört quasi zum guten Ton, viel selbstverständlicher als das etwa in Deutschland der Fall ist. In jüngster Zeit erlebt das Duett in Frankreich eine wahre Renaissance. Jane Birkin nahm mit unterschiedlichen Gästen ein komplettes Duett-Album auf. Ebenso wie Benjamin Biolay, der zusammen mit seiner Frau Chiara Mastroianni das Projekt Home ins Leben rief. Doch auch sonst tummeln sich die Gastsänger und Duett-Partner in der Néo-Chanson-Szene wie sonst nur im Hip Hop. Eine Neuveröffentlichung ohne die Worte "en duo avec" ist dieser Tage eine Seltenheit.

 

Immer wieder fiel uns die besondere Qualität dieser Kollaborationen auf: das knackige Duett von Jérôme Minière mit der jungen frankokanadischen Schauspielerin Karine Vanasse, der fulminante LE POP EN DUO Opener "Raisonnable" von Pierre Bondu mit der Cornu-Sängerin Julie B. Bonnie oder der Meilenstein "Le Twenty-Two Bar", das dem Pionier des Nouvelle Chanson Dominique A mit Hilfe seiner Ex-Freundin Françoiz Breut zum Durchbruch verhalf. Vom zweistimmigen Chanson, das dieser Tage seine Blüte erreicht, geht eine besondere Faszination aus. Die wahren Perlen französischer Veröffentlichungen sind oft Duette. Allen gemein ist, dass gerade die Zusammenarbeit die besonderen künstlerischen Stärken der Beteiligten herauskitzelt.

 

Dabei stellt sich heraus, dass "en duo" zu singen auch ein hervorragendes Schmiermittel für die Szeneverflechtung ist. Ein schönes Beispiel hierfür ist das "moderierte Duett" von Vincent Delerm, der in dem Stück “Veruca Salt & Frank Black” als Off-Sprecher fungiert und seinen beiden Gästen Dominique A und Keren Ann das Singen und viel Platz überlässt. Delerm führt hier vor, dass das zeitgemäße Chanson vor allem von den herausragenden musikalischen Qualitäten seiner Stars lebt. Dass diese Art der musikalischen Vernetzung auch über die frankophone Welt hinausgehen kann, beweist Albin de la Simone, der der Kanadierin Feist ihren Part von "Elle aime" in Lautschrift übersetzt hat. Also nicht wundern, es ist tatsächlich die gleiche Sängerin, die dieser Tage mit ihrem englischsprachigen Debüt für Furore sorgt und kein Wort von dem verstanden hat, was sie da singt. Ähnliches gelang Katerine in seinem Duett "Parlez-vous anglais, Mr. Katerine?" mit Erin Moran aka A Girl Called Eddie aus Jersey.

 

Als wir mit der Idee von einer reinen Duett-Kompilation in Frankreich um Unterstützung warben, bot uns Albin de la Simone ein unveröffentlichtes Stück an, das er in diesem Sommer mit seiner Freundin Jeanne Cherhal aufnahm. Die beiden covern “Something Stupid”. Eine Version mit wunderbarer Gitarre, famosem Harmoniegesang und sehr viel Humor. Noch eine Weltpremiere auf LE POP EN DUO: Tomas Version des 86er Sommerhits “L’amour à la plage” von Niagara, der auch dank seiner Gastsängerin Api hier um einiges lässiger und vertrackter daherkommt als das Original.

 

Schon "Le Pop" und "Le Pop 2" haben gezeigt, wie gründlich die Nouvelle Scène das klassische Chanson entstaubt und ihm neues Leben mit modernen Produktionstechniken und frischen Arrangements eingehaucht hat. Allerdings nicht, ohne an die traditionellen Techniken des Songwritings anzuknüpfen, die neben dem selbstverständlichen Umgang mit der eigenen Sprache den "französischen Charakter" dieser Musik prägen.

 

LE POP EN DUO setzt fort, was mit den ersten beiden Samplern der Reihe angefangen wurde. Das Album dokumentiert das Zeitgeschehen des aktuellen frankophonen Pop, diesmal unter der Prämisse, das Duett in seiner vollen Schönheit glänzen zu lassen und stellt zudem wieder die interessantesten neuen Namen der Nouvelle Scène vor, wie Alexis HK, Jeanne Cherhal, Stefie Shock und Sébastien Martel. Wie seine beiden Vorgänger hebt sich LE POP EN DUO aus der Samplerflut durch sorgfältige Kompilierung und seinen unverwechselbaren Sound ab. Ein Original, unkopierbar, eigen, durchhörbar, sehr französisch und vor allem sehr, sehr poppig.

 

Albin de la Simone: "Es ist etwas ganz anderes, ob man für sich selbst ein Stück schreibt oder ein Duett. Beim Duett muss man immer eine zweite Person mitdenken, wenn es funktionieren soll. Es ist eine äußerst interessante Erfahrung und eine schöne Abwechslung."

 

Text: Rolf Witteler und Oliver Fröschke / Le Pop Musik

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