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KIRI - A Portrait |
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Kiri Te Kanawa - KIRI Ihre Stimme war so sanft und warm, dass
man sie zunächst für eine Mezzosopranistin hielt. Bald aber wurde klar, dass ihr
eigentliches Fach noch brillanter klang und so entwickelte sich Kiri Te Kanawa
zur bekanntesten Sängerin Neuseelands, die auf den großen internationalen Bühnen
zuhause ist. Im März feiert sie ihren 60.Geburtstag. Und die Decca gratuliert
ihr mit einer Doppel-CD, die durch ein Vierteljahrhundert Gesangskarriere
führt.
Manchmal sind es die kleinen Rollen, die Aufsehen
erregen. Als 1971 am Covent Garden Wagners "Parsifal" neu inszeniert wurde,
besetzte man das Blumenmädchen mit der noch völlig unbekannten Kiri Te Kanawa.
Es war eine gute Entscheidung, denn von dem Moment an sprach man in der
englischen Opernszene über die wunderbare Stimme der Neuseeländerin. Und es war
der Starschuss zu einer schwindelerregenden internationalen Karriere. Noch im
selben Jahr sang sie die Gräfin aus "Figaros Hochzeit".
Wenige Monate
später war sie mit der gleichen Rolle in Lyon zu hören, dann in San Francisco
und Glyndebourne. Es folgte 1974 das Debüt an der Met, diesmal als Desdemona in
Verdis "Otello". Bald wurde sie an alle großen Bühnen geladen, doch den
entscheidenden künstlerischen Karriereschub verschaffte ihr Sir Georg Solti. Er
nahm nicht nur zahlreiche Langspielplatten mit ihr auf, sondern verhalf Te
Kanawa auch zu einer besonderen Ehre. Als er, der bereits mit Richard Strauss
persönlich gearbeitet hatte, sich entschloss, zum einzigen Mal innerhalb seiner
Laufbahn die großen "Vier letzten Lieder" aufzunehmen, wählte er die
neuseeländische Sopranistin als Solistin des Projektes.
Und so ist die
Liste der Referenz lang und eindrucksvoll. Te Kanawa sang die großen Partien der
klassischen Moderne, gab von 1982 an auch opernunabhängige Konzerte. Sie wurde
in ihrer Wahlheimat England zum Fernsehstar mit einer beliebten, zur Tradition
gewordenen Weihnachtsendung. Sogar mit dem Beatle Paul McCartney konnte man sie
hören, als 1991 dessen "Liverpool Oratorio" uraufgeführt wurde. Denn auch das
gehört zu Te Kanawas besonderen Eigenschaften. Sie hat keine Angst vor
Grenzüberschreitungen, singt Wagner mit der gleichen Innerlichkeit wie Frederick
Loewes "Wouldn't It Be Lovely" aus "My Fair Lady". Dabei gelingt es ihr mit
sicherem Gespür für guten Geschmack, populär zu klingen, ohne sich anzubiedern.
Insofern ist die Zusammenstellung
"Kiri" ein Schatzkästlein der wunderbaren Melodiemomente, das Pretiosen von
Mozart bis Brahms, Verdi bis Puccini, Korngold bis Kern in sich birgt. Die
Aufnahmen entstanden in den Jahren 1976 bis 1994, mit renommierten Ensembles wie
den Londoner oder den Chicagoer Philharmonikern und großartigen Dirgienten wie
Solti, Riccardo Chailly und Zubin Mehta. Ein Hoch der Jubilarin und viel Freude
beim Genuss dieser charmant unterhaltsamen Zusammenstellung!
Klassikakzente
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