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© Ecm Record (Universal) |
| Keith Jarrett - spielt Dmitri Shostakovich |
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Eine Sensation, wie Keith Jarrett die 24 Präludien
und Fugen op. 87 von Dmitri Shostakovich spielt. Die ersten Akkorde - und es
ist, als begänne eins seiner legendären Solo Concerts. Nach dem Präludium die
Fuge - ein Thema wie von Bach. Der Pianist, seit den Anfängen einer der ganz
großen Jazz-Künstler im ECM-Programm, hatte für New Series bereits Bach
eingespielt: Das Wohltemperierte Klavier I auf dem Piano, den zweiten Teil und
die Goldberg-Variationen auf dem Cembalo. All das schwingt mit, wenn er nun
Shostakovichs dem verehrten Vorbild nachstrebendes Werk interpretiert: sein
atmendes, Grenzen sprengendes Jazz-feeling, sein tiefes Eindringen in Bachs
Themenfindung und Kontrapunkt, in Shostakovichs Annäherung, seine technische
Perfektion.
Im Oktober des Bach-Gedenkjahrs 1950 - Shostakovich
war in der Jury des Leipziger Bachwettbewerbs gewesen - begann der Komponist
dieses Werk zu schreiben, Februar 1951 war es fertig. Die Uraufführung 1952
spielte die junge Pianistin Tatjana Nikolajewa, die in Leipzig den ersten Preis
gewonnen hatte. Aber gerade der Vergleich ihrer Einspielung von 1991 mit Keith
Jarrett zeigt, wie anders, neu, analytischer und klarer strukturierend er sich
den facettenreichen Präludien und Fugen widmet. Mag Nikolajewa aus der Nähe zu
Shostakovich "authentischer" vorgehen, emotionaler, mit mehr Pathos, donnernden
Bässen etwa, viel Pedal und oft langsamer - doch immer mit schönem Ton! -, so
arbeitet Jarrett die Themen ohne Überdruck heraus, gibt Mittelstimmen Kontur und
melodischen Linien steten Fluss, ihnen aufmerksam nachspürend. Dabei mit Kraft,
Temperament und unfehlbarem rhythmischen Empfinden. |