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Pop aus Frankreich. Das war bis
vor einem Jahr vor allem Daft Punk, Air und Hip Hop. Für das neue Chanson
interessierten sich bis dahin nur eine handvoll Spezialisten. Benjamin Biolay,
Dominique A oder Françoiz Breut? Kaum jemand kannte die Erben von Gainsbourg,
Ferré und Hardy. Mit der letzjährigen Compilation "Le Pop" sollte sich das
ändern und so wurden die wichtigsten Akteure der neuen Szene
vorgestellt. Mit "Le Pop" erschloss sich eine neue musikalische Welt, die
uns bis dahin zu Unrecht vorenthalten wurde.
Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Denn es
tut sich was in Frankreich und das Nouvelle Chanson ist lebendiger denn je. Was
mit den Solo-Werken von Dominique A und Katerine Anfang der Neunziger begann,
ist zu einer breiten Bewegung geworden. Vorreiter der Nouvelle Scène Française
wie Mathieu Boogaerts ("2000") und Jérôme Minière ("Petit Cosmonaute")
veröffentlichten kürzlich ihre bis dato besten Alben.
Neue junge Künstler wie Camille,
Albin de la Simone und Olivier Libaux tauchten auf und überraschten mit
wunderbaren Debüts. Vincent Delerm schaffte gleich auf Anhieb den großen
Durchbruch, verkaufte von seinem ersten Album über 300.000 CDs und gewann
nebenbei auch noch den wichtigsten französischen Musikpreis "Victoire de la
musique". Bands wie Holden und Superflu, die auf "Le Pop 1" noch nicht
berücksichtigt wurden, legten ihre reifsten Werke vor. Solo-Künstler wie Pascal
Parisot und Toma zeigten eindrucksvoll, dass das Nouvelle Chanson auch äußerst
locker grooven kann.
"Le Pop 1" lieferte einen
einführenden Überblick über die Jahre 1992 bis 2002. Mit "Le Pop 2" zeigen Oliver
Fröschke und Rolf Witteler wie aktuell, lebendig und vielseitig das neue Chanson
heute ist. Wie schon im Falle seines Vorgängers, war es erklärtes Ziel, sich aus
der Samplerflut abzuheben. So wurde "Le Pop 2" ein in sich funktionierendes Album,
das nebenbei das aktuelle Pop-Geschehen Frankreichs in seinem Facettenreichtum
dokumentiert.
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