Der "Shootingstar der Querflöte" Emmanuel
Pahud wurde 1970 in Genf geboren. Im Alter von 23 Jahren trat er eine der wohl
begehrtesten Stellen des klassischen Musikbetriebs an: Solo-Flötist des Berliner
Philharmonischen Orchesters.
Pahud erhielt bereits mit sechs Jahren
seinen ersten Musikunterricht. 1990 absolvierte er als 20jähriger das Pariser
Conservatoire National Supérieur de Musique mit einem Ersten Preis; anschließend
studierte er bei dem Meister-Flötisten Aurèle Nicolet. Vor der Berufung nach
Berlin war er bereits als Solo-Flötist beim Rundfunk-Symphonieorchester Basel
und den Münchner Philharmonikern tätig.
In seinem 2001 erschienen Album Musik für Flöte und Streicher
widmete sich Emmanul Pahud zum ersten Mal
zeitgenössischen Werken: der Musik für Flöte, Streicher und Schlagzeug (1994)
von Sofia Gubaidulina, der weltweit angesehensten russischen Komponistin der Ära
nach Schostakowitsch. Begleitet wird der Flötist vom London Symphony Orchestra
unter der Leitung des großen Cellisten und Dirigenten Mstislaw Rostropowitsch.
Flötenkonzerten von Telemann wird Pahuds kommendes Klassik-Album gewidmet sein
(Ende 2002), auf dem ihn die Berliner Barock Solisten begleiten.
Auf dem jetzt erschienen Jazz-Album
mit dem Pianisten Jackie Terrasson, der für diese CD beliebte Klassik-Hits
"jazzig" arrangiert hat, beweist er erneut sein
Können.
Der ungewöhnliche Ansatz im Spannungsfeld von
Klassik und Jazz zeitigt sehr interessante Klangergebnisse. So erhält etwa
die impressionistische Malerei "Jimbos Lullaby" von Claude Debussy durch die
Zugabe von Jazzakkorden eine ganz neue Färbung. Mozarts "Rondo alla Turca" wird
im federnden Reggae-Beat dargeboten -- eine pfiffige Idee! Und Ravels "Boléro",
im vertrackten 7/4-Takt gesetzt, entwickelt einen höllischen Latin-Drive. Ein
Album, das Hörer aus dem Klassik- und Jazzlager gleichermaßen gefallen
wird.