 |
© Epic / SONY |
| Malia - Echos of Dreams |
|
|
 |
|
 |
Gegensätze ziehen uns an. Die
große Frau mit der Mädchenseele. Die vom Erfolg verwöhnte Unnahbare mit dem
Blues. Die Schönheit mit der rauhen Stimme. Die exaltierte Performerin, die
privat eher schüchtern und verletzlich ist. Malia ist all das. Und mehr. Jetzt
offenbart die 27-jährige Sängerin und Songwriterin sich und ihre attraktiven
Extreme erneut auf Albumlänge. "Echoes Of Dreams" heißt, nach ihren
international erfolgreichen "Yellow Daffodils", das phänomenale zweite Werk
dieser Ausnahmefrau. Und genau so klingt es auch. Traumhaft echot es durch die
Gehörgänge. Dabei - und auch das erfrischt in seiner Gegensätzlichkeit - mit
etwas härteren, bodenständigeren, bluesig-rockigen Klängen. Zwölf
schaurig-schöne Geschichten vom Ende der ewigen Liebe, von kleinen Spatzen und
großen Träumen haucht die in London und New York aufgewachsene Malia aus Malawi
über die magische Musik ihres Pariser Produzenten André Manoukian. "Als Kind war
ich eine echte Träumerin", gesteht sie. "Und ich verdanke es den Träumen dieses
kleinen Mädchens, dass ich mich heute mit Texten und Musik ausdrücken kann. Sie
glaubte immer an das Gute und Schöne. Und ich darf sie nicht enttäuschen." Nicht
nur ihren eigenen, ob kindlich zarten oder weiblich reifen, immer aber enorm
hohen Ansprüchen wird Malia mit diesem Album gerecht.
"Hör mir zu, mein
kleiner Liebling. Es gibt da etwas, was ich Dir sagen will. Und, ja, es wurde
auch Zeit." Mit diesen vielsagenden und wohlweislichen Worten beginnt
Malia ihren Song "Little Darling". Ein Statement, dem man, weil es gleichzeitig
auch ihr neues Album eröffnet, einiges beimessen darf. Ihrer faszinierenden
Stimme hört man ohnehin immer gebannt zu. Doch auch die härtere musikalische
Gangart, die schon im ersten Moment deutlich (siehe oben) vom Blues durchtränkt
ist, lässt aufhorchen. "Ich liebe den Blues", erklärt Malia. "Und das hat auch
mit meiner Liebe zum Jazz zu tun: Schließlich ist der Blues immer dessen
Fundament." Gemeinsam mit André Manoukian, dem französischen Starproduzenten,
den sie sich schon für ihr Debütalbum auserkoren hatte, findet Malia auf "Echoes
of Dreams" die Ideallinie zwischen den Traditionen des Blues und allem, was an
Jazz und Rock und Pop immer modern sein wird.
Sie singt betörend und
mitfühlend von kleinen Spatzen und großen Mädchen, vom "Unfolded Heart" und dem
"Man In Your Eyes". Textzeilen wie "my sting
hits the hardest, when you hold me close" und "I love you, but I have to let you
go", beide aus "Little Bee", sprechen Bände. "Ich bin Niemand, der anderen sagt, was sie tun und lassen
sollen", meint Malia. "Aber als Mensch habe ich natürlich ein Gefühl dafür, was
richtig und gut ist." Wie sie dieses Gefühl ausdrückt und transportiert, wie sie
mit ihrer leidgeprüften und glückseligen Stimme Emotionen und Sinnbilder in
Songs fasst und damit zu allgemeinverständlichen Aussagen macht, bleibt ihr
Geheimnis. Was Malia zu einem der anziehendsten Antagonismen unserer sonst so
gleichgeschalteten Musikwelt macht, liegt dagegen auf der Hand. Dafür muss man
sich nur ihre sagenhaften "Echoes Of Dreams" anhören.
www.malia-online.com |