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Bildnis eines Unsichtbaren |
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| Bildnis eines Unsichtbaren von Hans Pleschinski |
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Der Titel erweist sich als Wegweiser, Volker ist der heute Unsichtbare, denn er ist tot. Gestorben an den Folgen von Aids und einer Krebserkrankung. Pleschinski setzt mit der Beschreibung der Jahre, die sie zusammen verbracht haben, dem verstorbenen Freund ein wunderbares Denkmal, wortgewandt, sprachgewaltig und in einem überaus eleganten Stil.
Gleichzeitig entsteht so ein sehr farbiges Bild des Lebens als Boheme, denn Volker hat sich als Galerist nie gesellschaftlichen Erfordernissen angepasst. Beide Männer leben zu Beginn ihrer Freundschaft für die schönen Künste. Malerei, Musik, Theater, Literatur, das Schöne, das sind ihre Themen in langen, tagefüllenden Gesprächen. "Dann wieder wurde Sprache zur Unterfütterung der Welt, ihr wackeliges Gerüst, und die Malerei wieder zum Prisma, das Theater zum Spiegel der Regungen. Alle Künste im Wechselspiel, alle unersetzlich."
Im Hintergrund entwirft Pleschinski ganz nebenbei auch eine sehr genaue politische und gesellschaftliche Geschichte Deutschlands von Kriegsende bis zur Gegenwart.
In das unbeschwerte Bohemeleben schlägt Aids wie eine Bombe ein. Viele Namen im Adressbuch sind in der Zwischenzeit gelöscht, die Krankheit hat erbarmungslos gewütet.
Die Liebe zwischen Volker und Hans ist schwierig, Hans geht immer wieder wechselnde Beziehungen zu Frauen und Männer ein. "Meinen Fang mußte ich, nach sehr langem Zögern Volker vorführen. Ich wünschte, daß sich mein Lebensgefährte und mein Geliebter verstünden, einander und vor allem mich von beiden Seiten bereicherten." Eifersucht? Sie ist auf jeder Seite, auch wenn sie intellektuell bekämpft wird, unterschwellig immer vorhanden.
"Bildnis eines Unsichtbaren" ist ein Roman zum Abschied. "Es taucht eine Lebensgeschichte auf. Wenn man, im neutralen Sinne, so will: eine bemerkenswerte, wenn auch nicht sehr laute Geschichte."
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