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John McRae:
„Viele werden vor einigen Stellen des Textes erschrecken; doch dieser Roman war
mit seinen hemmungslosen Beschreibung von sinnlicher und sexueller Leidenschaft
zwischen Männern seiner Zeit vorraus.“
George Vidal:
„Dies ist ein Roman über die Entdeckung von wahrer Liebe und ihrem körperlichen
Ausdruck; bis sie ihr tragisches Ende findet.“
Oscar Wilde: „Es
gibt keine moralischen oder unmoralischen Bücher. Entweder sie sind gut
geschrieben oder sie sind nicht gut geschrieben. Das ist alles.“
Dieser homoerotische Roman mußte
1895 im Jahr von Oscar Wildes großen Prozeß wegen „Verführung der Jugend“ anonym
erscheinen und wird bis heute von vielen Herausgebern der Werke Wildes
übergangen. Es ist eine sehr persönliche, romantische und hocherotische
Liebeseschichte, die sehr eng mit Oscar Wildes eigener intimer Tragödie
verbunden ist.
Ein, leider, auch heute noch
aktuelles Werk, daß die zynische Doppelmoral der Gesellschaft anklagt. Oscar
Wilde erzählt in seiner Geschichte, die in Deutschland lange Zeit auf dem Index
stand, eine homoerotische Liebesgeschichte, die im Paris des ausgehenden 19.
Jahrhundert spielt. Der junge Aristokrat Camille verliebt sich in den
temperamentvollen Pianisten Teleny und erlebt mit ihm seine ersten sexuellen
Abenteuer. Beide fühlen, dass sie zusammengehören, einer das alter ego des
anderen ist, und doch zerbricht ihre Liebe auf tragische Weise. Oscar Wildes
Roman ist eng verknüpft mit seiner eigenen Biografie, da er sich selber, wie
auch Teleny und Camille, ständig mit den gesellschaftlichen Barrieren
konfrontiert sah, und so schließlich zu zwei Jahren Zuchthaus mit Zwangsarbeit
verurteilt wurde.
Der Roman ist
damit nicht nur eine homoerotische Geschichte, sondern auch eine Anklage des
Autors an das viktorianische Zeitalter: "Ich verfluchte diese unsere schöne Welt
- dieses Paradies, das der Mensch in eine Hölle verwandelt hat. Ich verfluchte
diese unsere engstirnige Gesellschaft, die nur auf dem Boden der Heuchelei
gedeiht. Ich verfluchte unsere verderbliche Religion, die bei jeder Sinnenlust
ihr Veto einlegt."
Das Buch enthält auch noch die
tragische Erzählung "Der Priester und der Messnerknabe" die uns in einer faszinierend ehrlichen, reinen
Liebe zweier Menschen, die uns nochmals in die Ideenwelt des Ästhetismus
eintauchen läßt. Dennoch auf einer anderen Ebene als Teleny. Wilde schreibt als
Meister und Wortführer dieser philosophischen Strömung zugleich. Er führt mit
einer bewundernswerten Bestechlichkeit vor, wie man große Entscheidungen nicht
mit Ethik, sondern durch Ästhetik trifft.
Weitere wichtige Werke
von Oscar Wilde:
Eine monumentale Biographie (868
Seiten) über Oscar Wilde hat Richard Ellmann verfasst. |