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Und doch nicht gelebt |
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Herr Y war fünfundsechzig, seit zwei Monaten pensioniert, weder reich
noch mächtig, eher lädiert, als nach längerem Leiden er starb.
Am
Grabe sie alle versammelt, Verwandte, Kinder und Frau, Bekannte,
Pensionisten, Kollegen vom Bau, auf dem Herr Y lange
Jahre geschuftet.
Sie alle stumm, vertieft, des
Verstorbenen gedacht. Auf Kränzen, Blumen, die nicht geduftet, da
künstlich hergestellt. Ein Segen des Pfarrers, Gebet war bezahlt, so
schaffte man Y aus dieser Welt, immerhin war er alt.
Und doch zu jung,
um zu gehen von der Welt, im Leben nichts gesehen, das seine Öde, vom
Schlaf, vom Trieb, vom Chef gesteuert, spröde Haut und zwölfmal jährlich
Lohn, im Dezember als Extra-Gratifikation, in Höhen und Tiefen gleich
monoton.
Es war nicht sein Leben, das er leben wollte, es war nur
das, welches er leben durfte, programmiert, moralisch unterbaut, er sollte
nur, er sollte ... |
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