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Queer ROMA |
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© Archiv |
| Petersplatz und Stadt Rom |
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DAS EWIGE DORF ODER DOCH DIE EWIGE STADT ?
In
Angelegenheiten der schwul-lesbischen Community stand Rom lange im Schatten von
Mailand und Bologna. Mailand, Metropole des Nordens und Mekka der Mode, sowie
Bologna als politscher Sitz der einflußreichen schwul-lesbischen Organisationen
Arcigay und Arcilesbica, waren der eigentlichen Hauptstadt und mit annähernd
drei Millionen Einwohnern größten Stadt Italiens, immer um die berühmte
Nasenlänge voraus. Seit dem Gay World Pride im Jahr 2000 hat die
schwul-lesbische Community in der "Ewigen Stadt" mächtig Auftrieb bekommen,
obwohl die Gay Pride Roma seither nicht mehr ganz an diesen Event anschliessen
konnte.
Ganz nahe dem Zentrum, zwischen Stazione Termini und dem
Kolosseum, hat sich eine moderne Szene, sogar die erste "Gay Street" Roms,
zwischen Via Labicana und Via Verri gebildet. Hier reihen sich die schwulen
Saunen, Bars und Clubs aneinander bzw. sind zu Fuß zu erreichen. Trastevere auf
der anderen Seite des Tibers ist ebenfalls eine der angesagtesten Ziele, dorthin
gehen die Römer um gut und billig zu essen oder in einer der zahlreichen mixed
Bars abzuhängen.
Im Sommer, von Juni bis September, geht es dann heiß
her im sogenannten Gay Village, einem Event das 2003 erstmalig stattfand und
bereits mehr als 400.000 Besucher in seinen Bann zog mit seinen unzähligen
schwul-lesbischen Bars, Restaurants, diversen Serviceeinrichtungen sowie
nationalen und internationalen Show Acts.
Rom mit seinen tausenden
Sehenswürdigkeiten aus allen Epochen zu beschreiben würde ganze Bibliotheken
füllen und tut dies eigentlich auch. Aus schwuler Sicht eine der
interessantesten und optisch reizvollsten Sehenswürdigkeiten stammt aus der
leidvollen faschistischen Zeit, auch wenn Herr Berlusconi erst vor kurzem
meinte, daß "Mussolini niemanden getötet, sondern die Leute nur auf Urlaub (!)
geschickt hätte". Mussolini wollte ein drittes Rom schaffen, dass dem
kaiserlichen und dem Rom der Renaissance ebenbürtig sein sollte und ließ seit
1931 am nordöstlichen Stadtrand eine gigantische Sportanlage, das Foro Italico,
schaffen. 60 riesige männliche Athletenstatuen begrenzen das Stadion im Anklang
an antike Sportstätten im altrömischen Stil und lassen erahnen, was der heutige
Italiener unter "superdodato" versteht und sich mit "sehr sehr gut gebaut" ins
Deutsche übersetzen lässt. Wer da wohl die Vorbilder waren ...
Wer sich
sonst noch gerne an gut gebauten Männerkörpern entweder künstlerischen aus Stein
oder echten aus Fleisch und Blut erfreuen möchte, sollte entweder im Vatikan der
Schweizer Garde beim Exerzieren zusehen, oder sich späteren Nachmittags auf
einen "aperitivo" auf die Piazza Navona setzen oder sich einige der legendären
Werke Michelangelos in den Vatikanischen Museen ansehen. Im Sommer hat man dann
noch die Möglichkeit, sich am schwulen Strandabschnitt des Lido di Ostia einige
der heutigen Meisterwerke zu bestaunen, gut gebaut und nahtlos gebräunt sowieso
- wer braucht da noch nach "Super Paradise" fliegen wenn direkt ein städtischer
Bus hinfährt?
Rom for Boyz Die den Südeuropäern
eigene Mentalität findet man natürlich auch in Rom, nämlich dass alles wirklich
spät und keinesfalls vor 22 Uhr beginnt. Vorher wird zuabend gegessen, ob bei
Mama zuhause, oder in eine der zahlreichen Restaurants der Stadt, vorzugsweise
im In-Viertel Trastevere. Erst zu später Stunde zieht man in die Clubs und
Discotheken bzw. im Sommer ins Gay Village oder immer freitags in die
Muccassassina, einem vom Circolo Mario Mieli - der römischen Arcigay
Organisation - veranstalteten Event, eine Organisation, die auch die römische
Schwulenzeitschrift "AUT" herausgibt.
Angesagt sind weiters die Bars
Hangar (die älteste römische Schwulenbar), das Skyline, das Alcatraz und das
gemische Shelter, das von Schwulen und Lesben gleichermaßen besucht wird. Der
legendärste Disco Club ist immer noch das L´Alibi am "Testaccio, dem alten Bauch
Rom's", einem neuen Szeneviertel auf den Gründen des ehemaligen Schlachthofes
mit vielen Straßencafés, Discotheken und In-Läden.
An Saunen gibt es in
Rom drei akzeptable, unter anderem die Apollion Baths, die Mediterraneo Sauna
und vor allem der Europa Multiclub.
Auch in Rom gilt in den meisten Bars
und Saunen, dass die UNO/Arcigay Card am Eintritt vorzuweisen ist, welche aber
problemlos vor Ort erhältlich ist. Eine der besten Cruisingplätze ist outdoor
das Colesseo Quadrato im Garten des Palazzo Civiltà di Lavoro oder indoor der
Sexclub K.
Rom for Girlz Rom holt mit seinem
spezifischen Angebot für Lesben gegenüber Mailand und Bologna auf, aber die
Szene ist noch relativ klein. Beliebt unter den lesbischen Paaren ist vor allem
die ruhige Garbo Bar, der am letzten Sonntag im Monat stattfindende Frauenevent
Venus und das schon erwähnte Muccassassina jeweils am Freitag. Das Stadtviertel
Trastevere bietet ein reines "women only" Lokal, das Le Sorellastre, dessen
sonntäglicher Brunch sehr beliebt ist. Die Buchhandlung Al Tempo Ritrovato
bietet exklusiv für Frauen lesbische und frauenspezifische Literatur, ebenfalls
in Trastevere gelegen.
Exklusive Gay Only Unterkünfte gibt es in Rom
keine. Gayfriendly Hotels in Rom sind so eine Sache an sich, entweder im
Ambiente eines Stundenhotels oder ein Luxusschuppen mit unbezahlbaren Preisen.
INFOS im INTERNET
www.gayvillage.it
www.mariomieli.org
www.arcigay.it
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