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Manche nutzen den Urlaub, um sich am
Ferienort ein Tattoo in die Haut ritzen zu lassen. Doch Vorsicht: Bei mangelnder
Sauberkeit kann man sich nicht nur die Verzierung, sondern auch eine gefährliche
Lebererkrankung (Hepatitis C) einhandeln.
Urlaubszeit ist Reisezeit. Und bei Sonne, Meer und
Ferienspaß werden Risiken gerne verdrängt. Wer denkt schon daran, dass der nette
Urlaubsflirt als Erinnerung eine gefährliche Hepatitis hinterlassen kann? Oder
dass das schicke Tattoo als Erinnerung zwar Freude machen, aber zu Hause noch
jahrelang quälende Nebenwirkungen bringen kann?
Eine dieser unangenehmen Gefahren ist die Hepatitis,
im Übrigen eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Diese
entzündliche Lebererkrankung wird durch Viren verursacht. Je nach Virus
unterscheidet man vor allem in Hepatitis A, Hepatitis B und Hepatitis C.
Die Hälfte der Hepatitis A -Fälle in Deutschland wird
im Urlaub in südlichen Ländern durch die Aufnahme von verunreinigtem Wasser
erworben. In zwei Drittel der Fälle verläuft die Erkrankung symptomlos. Sie wird
von den Betroffenen überhaupt nicht bemerkt und heilt von selbst wieder aus.
Dennoch ist eine Impfung vor dem Urlaub möglich und empfehlenswert.
Schwerer können die Folgen einer Hepatitis
B-Erkrankung sein. Eine Infektion kann bei chronischem Verlauf Leberzirrhose und
Leberkrebs nach sich ziehen. Jährlich sterben ca. 1.000 Deutsche an Hepatitis B.
Übertragen wird Hepatitis durch alle Arten von
Körperflüssigkeiten, beispielsweise durch unvorsichtige sexuelle Kontakte. Pro
Jahr werden ca. 50.000 Neuinfektionen in Deutschland gemeldet. Am stärksten
betroffen ist hierbei die Gruppe der 15- bis 25jährigen. Dass die
Ansteckungshäufigkeit 100 mal höher als bei HIV ist, liegt unter anderem an der
Tatsache, dass Hepatitis B-Viren bis zu 7 Tage außerhalb des Körpers ansteckend
bleiben können (z.B. an gemeinsam verwendeten Rasierern oder Zahnbürsten). Eine
Impfung ist, wie auch bei der Hepatitis A, möglich und vor einer Urlaubsreise
angebracht.
Keine Impfmöglichkeit besteht hingegen für die
Hepatitis C. Bei ihr ist ebenfalls eine sexuelle Übertragung möglich, wenn auch
größere Gefahren von einer Bluttransfusion (insbesondere vor 1991) ausgehen.
Eine weitere, aber oft unbedachte Möglichkeit der Ansteckung ist das Anbringen
von Tattoos und Piercings unter nicht sterilen Bedingungen, wie dies oft in
Touristenorten der Fall sein kann.
Die Symptome für eine Hepatitis C-Erkrankung sind
vielfältig; in den meisten Fällen klagen die Betroffenen über
Oberbauchschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Die Diagnose stellt der Arzt
auf Grund einer Untersuchung der Leberwerte (insbesondere der GPT). Ist der GPT
Wert auch nur leicht erhöht, sollte unverzüglich ein Anti-HCV-Antikörpertest
erfolgen. Denn bei einer erfolgten Ansteckung mit Hepatitis C bilden sich
Antikörper (Beginn: 2 Wochen bis 6 Monate nach der Ansteckung).
Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie an
Hepatitis erkrankt sind, suchen Sie am besten einen Arzt auf. Dies gilt auch für
diejenigen, die in den vergangenen Jahren im Ausland Tattoos oder Piercings
erhielten und im Nachhinein Zweifel an der damaligen Hygiene haben. Denn je eher
der Arzt die Erkrankung entdeckt, desto besser kann er Ihnen helfen.
Weitere interessante Informationen zum Thema
Hepatitis sind zu finden unter www.hepatitis-care.de
Quelle: KWHC GmbH |