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Frankfurt - die kleine Metropole am Main
Frankfurt City by Night
© D. Zielske
Frankfurt City bei Nacht

Die meisten Städte dehnen sich in der Breite aus. Frankfurt hat sich für eine andere Dimension entschieden – die Höhe. Als Mainhattan  geschmäht, konnte sich in den Stadtteilen aber Lebensart erhalten.

Hauptbahnhof Frankfurt. Bereits am frühen Morgen strömen die ersten Pendler in die Stadt. In Frankfurt werden Geschäfte gemacht, verwaltet, Geld verdient und ausgegeben. So drängelt sich jeden Morgen eine Viertelmillion Menschen durch die riesige Bahnhofshalle. Die Völkerwanderung verschwindet in Bussen und Bahnen, Büros und Banken. Auch ein Besucher sollte die Stadt mit Bus und Bahn erkunden, das Auto vergessen. Zu Fuß ist es nervenschonender. Kurze Distanzen machen einen Stadtbummel zu einer bequemen Sache.

 

Frankfurts "Gudd Stubb"

Natürlich führt  der erste Weg zum Römerberg mit Römer, Paulskirche und Dom. Elf alte Fachwerkhäuser sollen die gute alte Zeit bezeugen. Ein bisschen wurde bei Aufbau schon gemogelt, denn die Innenstadt wurde im Krieg völlig zerstört. Aber die "Gudd Stubb" wurde originalgetreu restauriert.

 

Der Römer wurde zum Wahrzeichen der Stadt. Drei alte Patrizierhäuser bilden die gotische Giebelfront des als Rathaus genutzten Gebäudes. Hier regiert die Oberbürgermeisterin, wird verwaltet, im beliebten Standesamt geheiratet. Im Winter ist hier Weihnachtsmarkt, im Sommer gibt es Open-Air-Veranstaltungen. In den umliegenden Cafés und Kneipen gibt es genügend Gelegenheit, sich für den weiteren Bummel zu stärken.

 

Überragt wird der Römerberg vom Dom "St. Bartholomäus", der eigentlich keiner ist. Einen Bischof gab es hier nämlich nie. Die Pfarrkirche wurde 1356 zur Wahlkirche der Kaiser bestimmt und erlebte 10 Krönungen.

 

Die Paulskirche wurde zum Symbol für Demokratie schlechthin. Hier trat am 18. Mai 1848 zum ersten Mal die Nationalversammlung zusammen, um eine Verfassung auszuarbeiten. Weit kam sie nicht, denn Preußen leistete heftigen Widerstand. Schließlich wurde das Parlament aufgelöst. Seit dem letzten Krieg finden in der Paulskirche nur noch Veranstaltungen statt z. B. die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

 

Ein letzter Abstecher in die Vergangenheit – das Goethehaus. Eine Puppenstube, die das Leben im 18. Jahrhundert zeigt. Da Goethes Mutter den Haushalt auflöste und alles verkaufte, mussten ähnliche Möbel gesucht und gefunden werden. Aber zu Goethestraße, Goetheplatz und Goetheturm, gehört halt auch ein Goethehaus.


Messeturm Frankfurt
© W. Lechthaler
Frankfurt Messeturm

Multi-Kulti in Frankfurt

An der Hauptwache pulsiert das Leben. Hier, am zentralen Punkt Frankfurts, trifft sich Fressgass und Zeil, ballen sich Kaufhäuser und Boutiquen. Der U-Bahnhof  gleicht einer Kleinstadt mit Ladenpassagen, Obst- und Gemüsehändlern. Menschen aus aller Herren Länder hasten zu den Zügen, stehen in Gruppen, unterhalten sich. Frankfurt ist hier wirklich multi-kulti. Jeder vierte Frankfurter ist Ausländer. Und viele möchten auf Gewohntes nicht verzichten. Das merkt man auch am Angebot in der Kleinen Markthalle, etwas abseits der Zeil. Obst aus Europas Süden, Gemüse, ob vom Bauern ums Eck oder eingeflogen und Gewürze aus aller Welt werden angeboten. Eine Gelegenheit in Düften zu schwelgen, von der weiten zu schnuppern.

 

Bär und Bulle

Nur ein paar Schritte von der Hauptwache, die Börse. Sie ist leicht an den Symboltieren Bär und Bulle ( Baisse und Hausse ) zu erkennen. Bereits 1585 gegründet, werden heute Milliarden umgesetzt. Die Frankfurter Börse ist wichtigste in Deutschland und die drittgrößte der Welt. Draußen geht es um kleinere Summen, wenn der Schillermarkt aufgebaut und Produkte aus der Region verkauft werden.

 

Eigentlich wollte "Dynamit-Rudi", der ehemalige Oberbürgermeister Rudi Arndt, die Ruine der Alten Oper sprengen. Heftiger Widerstand regte sich. Die Frankfurter wollten ihre Alte Oper erhalten. So wurde sie mit Spenden wieder aufgebaut und 1981 eröffnet. Seitdem hat sie sich mit Konzerten und Aufführungen zum kulturellen Mittelpunkt entwickelt. Auch wer kein Opernfan ist, trifft sich hier. Sehen und gesehen werden, im Brunnen Kühlung suchen, auf Inlineskates Kurven drehen.

 

Nizza am Main?

Sind die Füße heißgelaufen? Dann nichts wie an den Main. Am Ufer laden Bänke zum Ausruhen, Wiesen zum Sonnenbaden ein. Sandsteinmauern schützen die Nizza-Gärten. Hier gedeihen Feigen, Palmen und Zitrusfrüchte, ein Gruß von der Riviera. Ausflugsschiffe legen ab in Richtung Mainz und dem Rheingau. Und von gegenüber grüßt "Dribbdebach" – Frankfurt Sachsenhausen.   


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