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„gleich – ganz – anders“ Fachtag zur Bedeutung schwuler und lesbischer Identität in Beratung und Therapie am 10. März 2006
Andreas Unterforsthuber und Rita Seitz
© Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche L.
Andreas Unterforsthuber und Rita Seitz

Die Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen hat zusammen mit der Sub – Beratungsstelle für schwule Männer und der Lesbenberatungsstelle LeTRa einen Fachtag durchgeführt, der sich an Fachkräfte der psychosozialen und psychotherapeutischen Arbeit gewandt hat.

 

Hintergrund der Veranstaltung ist, dass Lesben und Schwule ebenso Nutzerinnen und Nutzer des sozialen und gesundheitlichen Hilfesystems sind wie heterosexuelle Menschen auch, aber die spezifischen Belastungen und Problemlagen homosexueller Menschen bei Fachkräften weit weniger bekannt sind und daher oft auch weniger Berücksichtigung finden.

 

Der Einladung zum Fachtag sind fast 100 Fachkräfte gefolgt, so dass der von der Stadt München zur Verfügung gestellte Veranstaltungsraum gut gefüllt war.

 

Nach der Begrüßung der Anwesenden durch Andreas Unterforsthuber von der Koordinierungsstelle sprach berufsmäßiger Stadtrat Joachim Lorenz, Referent für Gesundheit und Umwelt, ein Grußwort, in dem er sich vor allem mit den immer noch in vielen Bereichen gegebenen Benachteiligungen und Ausgrenzungen homosexueller Menschen befasste.

 

Im Anschluss daran übernahm die Psychotherapeutin Dr. Rita Seitz gekonnt humorvoll und fachlich versiert die weitere Moderation des von der Koordinierungsstelle organisierten und den Beratungsstellen inhaltlich gestalteten Tages.

 

Das Eingangsreferat von Manfred Edinger, Psychoanalytiker und Mitarbeiter der Sub-Beratungsstelle befasste sich in beeindruckender Komplexität mit dem Phänomen der Ausblendung von Homosexualität in Beratung und Therapie.

„Als Beraterinnen und Therapeuten sollten wir eine besondere Sensibilität dafür entwickeln, welche Bilder von Lesben und Schwulen unsere Klientinnen und Klienten in sich tragen und wie diese Bilder mit ihren aktuellen Problem zusammenhängen.“ Dies war eine der Anregungen, die Manfred Edinger dem Publikum vermittelte.                             

 

m Anschluss an den 40-minütigen Vortrag stellten Rita Braaz (LeTRa) und Christopher Knoll (Sub) die Beratungsstellen, ihre Aufgaben und Angebote vor. Auch die Problemlagen, mit denen Lesben und Schwule in die Beratungsstellen kommen, wurden anschaulich geschildert und fachlich kommentiert: vom coming out über Beziehungsprobleme, Lebenspartnerschaft, wirtschaftliche Schwierigkeiten bis hin zu schweren Identitäts- oder Selbstwertkrisen, Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen, Suizidgefährdungen und Einsamkeit – diese kurze Aufzählung zeigt die vielfältigen Problemlagen, bei denen Lesben und Schwule Hilfe in den Beratungsstellen finden können. Beide Stellen bieten neben Einzel- und Paarberatung auch Gruppen zu verschiedenen Themen an.


Manfred Edinger
© Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche L.
Manfred Edinger


Nach einer lebhaften und sehr niveauvollen Diskussion wurden die Teilnehmenden in die Mittagspause entlassen, um sich am Nachmittag in Workshops vertieft Einzelaspekten schwuler und lesbischer Entwicklung zu widmen.

 

Themenstellungen der 6 Workshops waren: Beratungsarbeit mit lesbischen Paaren, coming out als lebenslanger Prozess, schwule Jugendliche, psychische Störungsbilder, Wirkung  und Auswirkung von Gewalterfahrungen, Bedeutung sexueller Identität in der Beratung / Therapie.

 

Die Workshops wurden von Ulrike Mößbauer, Diana Horn, Christopher Knoll, Michael Bastian, Dr. Günter Reisbeck, Manfred Edinger und Annemie Blessing durchgeführt.

 

Zur Kontaktpflege reichlich genutzt wurde dann die Kaffeepause, für die vom Cafe Regenbogen ein sehr leckeres Kuchenbüfett zusammen gestellt worden war.

 

In der Abschlussveranstaltung stellten die Workshopleiterinnen und -leiter die zentralen Inhalte und Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen kurz vor und diskutierten mit den Anwesenden über Fragen und Anmerkungen dazu.

 

Gegen 16.15 Uhr konnte Andreas Unterforsthuber die Anwesenden verabschieden, nicht ohne die Anregung einer regelmäßigen Wiederholung und Vertiefung der in einer sehr entspannten und freundlichen Atmosphäre stattgefundenen Veranstaltung aufgegriffen zu haben.

 

Die Dokumentation des Fachtages mit allen Texten und Workshop-Informationen wird etwa Mitte 2006 erscheinen und kann in der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bezogen werden: a.unterforsthuber@muenchen.de
 
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