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© Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche L. |
| Andreas Unterforsthuber und Rita Seitz |
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Die
Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen hat zusammen mit der
Sub – Beratungsstelle für schwule Männer und der
Lesbenberatungsstelle LeTRa einen Fachtag durchgeführt, der sich an Fachkräfte
der psychosozialen und psychotherapeutischen Arbeit gewandt
hat.
Hintergrund der
Veranstaltung ist, dass Lesben und Schwule ebenso Nutzerinnen und Nutzer des
sozialen und gesundheitlichen Hilfesystems sind wie heterosexuelle Menschen
auch, aber die spezifischen Belastungen und Problemlagen homosexueller Menschen
bei Fachkräften weit weniger bekannt sind und daher oft auch weniger
Berücksichtigung finden.
Der Einladung
zum Fachtag sind fast 100 Fachkräfte gefolgt, so dass der von der Stadt München
zur Verfügung gestellte Veranstaltungsraum gut gefüllt war.
Nach der Begrüßung der Anwesenden durch Andreas Unterforsthuber von
der Koordinierungsstelle sprach berufsmäßiger Stadtrat Joachim Lorenz, Referent
für Gesundheit und Umwelt, ein Grußwort, in dem er sich vor allem mit den immer
noch in vielen Bereichen gegebenen Benachteiligungen und Ausgrenzungen
homosexueller Menschen befasste.
Im Anschluss
daran übernahm die Psychotherapeutin Dr. Rita Seitz gekonnt humorvoll und
fachlich versiert die weitere Moderation des von der Koordinierungsstelle
organisierten und den Beratungsstellen inhaltlich gestalteten Tages.
Das
Eingangsreferat von Manfred Edinger, Psychoanalytiker und Mitarbeiter der
Sub-Beratungsstelle befasste sich in beeindruckender Komplexität mit dem
Phänomen der Ausblendung von Homosexualität in Beratung und Therapie.
„Als
Beraterinnen und Therapeuten sollten wir eine besondere Sensibilität dafür
entwickeln, welche Bilder von Lesben und Schwulen unsere Klientinnen und
Klienten in sich tragen und wie diese Bilder mit ihren aktuellen Problem
zusammenhängen.“ Dies war eine der Anregungen, die Manfred Edinger dem Publikum
vermittelte.
m Anschluss an
den 40-minütigen Vortrag stellten Rita Braaz (LeTRa) und Christopher Knoll (Sub)
die Beratungsstellen, ihre Aufgaben und Angebote vor. Auch die Problemlagen, mit
denen Lesben und Schwule in die Beratungsstellen kommen, wurden anschaulich
geschildert und fachlich kommentiert: vom coming out über Beziehungsprobleme,
Lebenspartnerschaft, wirtschaftliche Schwierigkeiten bis hin zu schweren
Identitäts- oder Selbstwertkrisen, Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen,
Suizidgefährdungen und Einsamkeit – diese kurze Aufzählung zeigt die
vielfältigen Problemlagen, bei denen Lesben und Schwule Hilfe in den
Beratungsstellen finden können. Beide Stellen bieten neben Einzel- und
Paarberatung auch Gruppen zu verschiedenen Themen an.
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© Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche L. |
| Manfred Edinger |
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Nach einer
lebhaften und sehr niveauvollen Diskussion wurden die Teilnehmenden in die
Mittagspause entlassen, um sich am Nachmittag in Workshops vertieft
Einzelaspekten schwuler und lesbischer Entwicklung zu widmen.
Themenstellungen der 6 Workshops waren: Beratungsarbeit mit
lesbischen Paaren, coming out als lebenslanger Prozess, schwule Jugendliche,
psychische Störungsbilder, Wirkung
und Auswirkung von Gewalterfahrungen, Bedeutung sexueller Identität in
der Beratung / Therapie.
Die Workshops
wurden von Ulrike Mößbauer, Diana Horn, Christopher Knoll, Michael Bastian, Dr.
Günter Reisbeck, Manfred Edinger und Annemie Blessing durchgeführt.
Zur
Kontaktpflege reichlich genutzt wurde dann die Kaffeepause, für die vom Cafe
Regenbogen ein sehr leckeres Kuchenbüfett zusammen gestellt worden
war.
In der
Abschlussveranstaltung stellten die Workshopleiterinnen und -leiter die
zentralen Inhalte und Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppen kurz vor und diskutierten
mit den Anwesenden über Fragen und Anmerkungen dazu.
Gegen 16.15 Uhr
konnte Andreas Unterforsthuber die Anwesenden verabschieden, nicht ohne die
Anregung einer regelmäßigen Wiederholung und Vertiefung der in einer sehr
entspannten und freundlichen Atmosphäre stattgefundenen Veranstaltung
aufgegriffen zu haben.
Die
Dokumentation des Fachtages mit allen Texten und Workshop-Informationen wird
etwa Mitte 2006 erscheinen und kann in der Koordinierungsstelle für
gleichgeschlechtliche Lebensweisen bezogen werden:
a.unterforsthuber@muenchen.de
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