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Ausgezeichnet! Deutschlands erster schwuler Oldtimerclub
Queerlenker - Schwuler Oldtimer Club
© Queerlenker
Messestand des schwulen Oldtimer-Clubs
Queerlenker, Deutschlands erster schwuler Oldtimerclub ist auch in diesem Jahr für seinen Stand auf TechnoClassica in Essen prämiert worden.

Auf der weltgrößten Oldtimerveranstaltung dieser Art vom 7.- 10. April haben sich insgesamt rund 180 Clubs präsentiert. Ihr Auftritt wurde von einer Jury aus Vertretern dieser Clubs bewertet. Queerlenker gab sich dabei in diesem Jahr märchenhaft. Aus Otto Waalkes’ Film „7 Zwerge - Männer alleine im Wald“ machten die Queerlenker „7 Zwerge – Renner allein im Wald“. So kuschelten sich 7 Kleinstwagen aus den 50er und 60er Jahren rings um einen Volvo 1800 SE, in Oldtimerkreisen wegen seiner Glasheckklappe und den großen hinteren Seitenscheiben auch als „Schneewittchensarg“ bekannt.

Stilecht trugen die kleinen Renner Zwergenmützen, die insgesamt die Farben der Rainbowflag darstellten. Für das echte Waldgefühl sorgten Tannenbäume, ausgestopfte Tiere, Vogelgezwitscher, Spechtgehämmere, Hirschröhren und Sommergewitter und der Geruch von 900 Litern Rindenmulch und Laub. Die dazugehörige Standbude haben die fantasiereichen Oldie-Freunde als Knusperhaus verkleidet. Alle nötigen Utensilien für den Stand waren schon vorher in Eigenleistung gebastelt und vorbereitet worden. Eine liebevolle Inszenierung, der sich auch die Jury nicht entziehen konnte.

Nach einem schon beachtlichen 5. Platz im vergangenen Jahr (eine Beach- Szene unter dem Motto „Gaywatch – Schwule schauen Dich an“) wurden die Queerlenker für ihre Mühe auf der diesjährigen TechnoClassika mit dem 3. Platz belohnt und - nicht unwichtig – einer Finanzspritze für die Clubkasse. Wenn auch der Messestand für die Clubs kostenlos ist, so reißt doch die jeweilige Umsetzung ein erhebliches Loch in die dünne Finanzdecke. Unter dem Applaus der übrigen Clubvertreter und dem Blitzlichtgewitter der Fotografen konnten die Queerlenker freudestrahlend Pokal und Scheck entgegennehmen. Neben dem Spaß während der Messe auch ein Stück Öffentlichkeitsarbeit gegen Diskriminierung und Vorurteile – nicht zuletzt auch eine Aufgabe, für die sich die Queerlenker seit ihrer Gründung 1998 einsetzen.

Zahlreiche Fernseh- und Magazin- Vertreter wollten auch in diesem Jahr wieder mehr über den Club und sein Anliegen erfahren. Und dass es selbst in der eher konservativen Oldtimerszene funktioniert, zeigen zahlreiche Einladungen anderer (Hetero-)Clubs, dort doch einmal mitzufahren. Auch die SIHA als Ausrichter der TechnoClassica weiß die kreative Standgestaltung der schwulen Oldtimerfahrer offensichtlich zu schätzen. So wurde dem Club in diesem Jahr auch der Nachbarstand zur üblichen Standfläche dazu geschlagen. Somit hatten die Queerlenker einen der größten Clubstände in der Halle 9.1. überhaupt.

Logo: Queerlenker Club
© Queerlenker

NEUE HOMEPAGE PRÄMIERT

Für die Queerlenker war diese TechnoClassica aber auch aus noch einem Grund erfolgreich. Das renommierte Oldtimer-Magazin “Motor-Klassik“ hatte wieder den Wettbewerb „Club- Magazin“ und „Club- Website“ des Jahre 2005 ausgelobt. Unter den rund 50 Bewerbern um die beste Website schaffte es der vollkommen neu gestaltete Webauftritt (www.queerlenker.de) auf den zweiten Platz. 

Bei der Umsetzung der Seite stand der Spaß am alten Wagen im Vordergrund. In den vielen Galerien zu den Ausfahrten und die Rubrik „SkurriloMobilo“ kann man(n) herrlich stöbern und findet einiges zum Schmunzeln. Ein wesentlicher Aspekt im Sinne einer Öffentlichkeitsarbeit zum Thema "Homosexualität und Vorurteile" ist der Punkt "Queer wie wir". Mitglieder stellen sich und ihre Wagen/Freunde vor. So bekommt der Club ein Gesicht aus vielen Gesichtern und verlässt die Anonymität des Andersartigseins.

Die Farbwechsel bei den unterschiedlichen Menüpunkten soll etwas Farbe in den Alltag bringen und kokettieren hier einmal nicht mit der Regenbogenfahne. Der Club wollte auf seiner Homepage nicht auch noch dieses Szene-Symbol strapazieren und hat sich für die Variante des Farbwechsels entschieden, der sich in der Auslegung durchaus an den Auto-Farben der Youngtimer orientiert. Die Texte zu den einzelnen Punkten sind bewusst persönlich gehalten und sollen mehr sein als nur mehrzeilige Menü-Überschriften.

Insgesamt für die Macher des Clubs ein erfolgreicher Saisonauftakt, der Motivation gibt für die nächste große Aufgabe: die „Eurotour 2006“, wenn Pfingsten rund 200 schwule Oldtimerfreunde aus ganz Europa und Übersee auf Einladung der Queerlenker mit ihren wunderbaren alten Schätzchen das Ruhrgebiet besuchen.

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