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"Das Come-Together-Herz 2006" für Uwe Görke
Verleihung des Come-Together-Herz 2006 an Uwe Görke
© Uwe Görke
Verleihung des Come-Together-Herz 2006 an Uwe Görke

Aus dem Tagebuch von Uwe Görke  26.05.2006

Mit der Sonne im Nacken schreibe ich euch heute diese Zeilen und  gebe zu,  auch mit ein wenig  Stolz im Bauch. Gestern war die Preisverleihung, auf den Jahnwiesen in Köln, wo man mir " Das Come-Together-Herz 2006" verlieh. Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Schaut sie euch unten an. Das Come Togther Turnier (www.come-together-cup.de ) war, denke ich,  ein voller Erfolg! Obwohl es wie aus Eimern schüttete, fanden ca. 7500 Gays und Heteros den Weg zu den Jahnwiesen. Petrus war gestern defentiv nicht warm. Nee, is klar!? Dies alles konnte aber der einmaligen Stimmung nichts anhaben. Das ganze Programm von den Räubern angefangen, über Pink Poms und die atemberaubende Katharina Herb www.katharina-herb.de  war so toll, dass einem zeitweise die Luft wegblieb. Gänsehaut pur!! Ein Kompliment an das ganze CTG Orga-Team.

Nun aber zur Preisverleihung, die um 18.00 Uhr auf der Hauptbühne stattfand. Bürgermeisterin, Elfi Scho-Antwerpes, kündigte meine Person mit einer liebevollen Laudatio an und die war so ehrlich und menschlich, wie ich es selten erlebt habe. Ich betrat die Bühne und unter eurem Beifall  nahm ich meinen Preis entgegen. Der Applaus war so schön und tat mir unheimlich gut!  Als ich so in die Menge schaute und viele nette Gesichter aus der Vergangenheit sah und jemand  aus  einer Ecke schrie "Es gibt nur eine "Frau" Görke" und ich dann noch in die erste Reihe schaute, wo mein Schatz Benjamin mit meinen engsten Freunde zu mir hoch schaute, liefen mir arg die Tränen vor Freude.  Besonders schön war, das in dem Moment, als ich zu Reden begann,  die dunklen Wolken aufrissen und die Sonne mir die Sonne direkt ins Gesicht schient! Ganz so, als ob Petrus mir sagen wollte:" Du hast sie verdient, die Sonne!" Bis um 22.00 Uhr war es trocken, kein Regen mehr.

Ich bedankte mich für den Preis und bei meinen liebsten Freunden und Bekannten, die alle ehrenamtlich hinter meiner Person stehen! Sagte Danke für die, die extra aus Saarlouis, Recklinghausen, Siegen, Hannover und Münster angereist waren um Uwe Görke zu sehen, da sie sonst nur immer tapfer das Tagebuch hier lesen. Mein Appell war kurz und bündig aber ich denke trotzdem eine wichtige Botschaft. Ich schütze die Gesellschaft und verlange eigentlich nur ganz wenig dafür zurück, nämlich akzeptiert zu werden, Toleranz und Nächstenliebe. Statt sich untereinander zu bekämpfen (besonders in der Gayszene) einfach mal wieder miteinander zu arbeiten, das die Großstädte  wie Köln, Berlin, Hamburg und München die Menschen nicht vergißt, die auf den Lande leben und das sie das Thema HIV/AIDS unter verschiedenen Aspekten sehen.

Hier in der Provinz ist vieles noch anders! Wenn man ehrlich ist z.b. beim Zahnarzt und macht den Haken rein bei HIV, wird man erst am Ende der Sprechstunde, wenn alle anderen Patienten weg sind, behandelt! Weil O-Ton Zahnarzt, in der Verordnung  verankert ist: In dem Raum, wo sich ein HIV-Patient aufgehalten hat, muss ca. 30 bis 45 Minuten gelüftet werden, bevor ein anderer Patient behandelt werden kann. Das Besteck muss 3x gereinigt werden. Ist nicht steril eigentlich steril...????? Nee, is klar!? Das heißt, hätten wir mehrere Positive in der Behandlung Herr Görke, könnte ich meine Praxis dicht machen und wenn sich noch rumspricht, das ich sie behandeln, verliere ich Patienten. Nächstes Beispiel, Krankenhaus! Wegen eines Bandscheibenvorfalls kam ein Infizierter ins Krankenhaus Schwerte. Als man erfuhr, das er Positiv ist, brach Panik aus und keiner wollte mehr sein Bett überziehen. Dies und mehr sind keine erfunden Geschichten, sondern das ist noch Alltag in der Provinz. Damit das aufhört (zur Zeit kann der Positive oder Aidserkrankte es nur geheimhalten um ebenfalls die Behandlung zu bekommen wie jeder andere Mensch auch), kämpfe ich weiter und wenn ich nur einen erreiche, bei meiner Aufgabe, der das Kondom nimmt und "Nein" zu Bareback sagt, hat sich meine Arbeit mit meinen Freunden und Bekannten gelohnt. Besonders auch Willi, der mit seiner Programmierung  das Medium "Internet Seite"  zur Verfügung stellt, gebührt mein aufrichtiger Dank.


Was mir aber am gestrigen Abend besonders Nahe ging und was ich so wichtig fand war der "Moment of Silence". Eine Minute absolute Stille und an die denken, die in den letzten Jahren wegen schlimmer Krankheit von uns gegangen sind. Ich ließ einen Luftballon steigen für meinen Ex Lebenspartner Frank und Tines Mutter Christa. Als ich meinen Luftballon los ließ und die phantastische Stimme von Katharina Herb erklang und zwar extra für meine Person und dann auch das Publikum die Ballons fliegen ließ, schaute ich zum Himmel und  meine Tränen liefen, so wie bei vielen anderen auch.  All meine Freunde und Bekannte, die an Aids verstarben, schwirrten durch meinen Kopf, wie Richard, Lena, Udo, Oliver, Kevin um nur Einige zu nennen. Eine bewegende Minute auf der Bühne!

Was mir aber wie bei vielen Veranstaltungen, wo ich auftauche immer wieder gut tut, sind alte Freunde, Gäste, Bekannte "Fans" der Person Uwe Görke zu treffen. Wie auch diesmal. Grüße an Oliver, Marc, Uwe, Sascha, den ich versehentlich Ralf nannte und die vielen anderen, die wie am Corner Bierstand "Hi Frau Görke" riefen oder ein junger Kölner, der mich wie eine andere Frau spontan umarmte und sagte" Bist ein juter Junge!"

Die Gratulationen von Volker Beck, Torsten Bless, Andreas Stiene oder Rolf Emmerich sowie Viktor Vahlefeld und Partner u.s.w. nach der Ehrung, habe ich sehr genossen und es spornt an zum Weitermachen......und es gibt noch viel zu Tun, helft mir weiterhin und alles wir gut! Euer Uwe

Zitat: Respekt ist das Wichtigste...es beinhaltet alles was zu einem Miteinander notwendig ist...

Homepage 
www.uwegoerke.de

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