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© pte |
| Eine Mentorin besucht ihre Schützlinge |
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Zahl der
AIDS-Waisen in Afrika wächst
Kinder
sind nach Tod der Eltern oft isoliert
Mehr als 15 Mio.
Kinder in Afrika haben durch den AIDS-Virus einen oder sogar beide Elternteile
verloren. Allein in Ruanda wird die Zahl der AIDS-Waisen auf 450.000 geschätzt.
Die Kinder kämpfen nicht nur mit dem Verlust der Eltern: "Von der Gesellschaft
geächtet und von Verwandten um ihr Erbe gebracht, sehen sich immer mehr
AIDS-Waisen damit konfrontiert, das eigene Überleben und das ihrer jüngeren
Geschwister sichern zu müssen", erklärt Elie Nduwayezu, Leiter des
CARE-Programms für Waisenkinder in Ruanda www.care.at, im Gespräch mit pte. Morgen,
Donnerstag, wird er seine Erfahrungen auf einer Expertenkonferenz zum Thema
AIDS-Waisen in Wien vorstellen. Die Veranstaltung will einen Beitrag zur
Erarbeitung einer HIV/AIDS-Leitlinie für die österreichische
Entwicklungszusammenarbeit leisten.
Elie Nduwayezu
beschäftigt sich seit zwei Jahren mit dem Problem der AIDS-Waisen in Ruanda.
"Obwohl die Kinder absolut unschuldig sind, führen Unwissenheit und Vorurteile
dazu, dass sie nach dem Tod ihrer Eltern von der Dorfgemeinschaft isoliert
werden", berichtet Nduwayezu. Mit dem Nkundabana-Projekt hat CARE ein Programm
entwickelt, das den jugendlichen Familien einen Mentor zur Seite stellt, der die
Waisen in ihrer Entwicklung unterstützt, bei Fragen und Problemen hilft und
Vorurteile abbaut. Nkundabana bedeutet soviel wie "die, die Kinder lieben". Die
Mentoren arbeiten ehrenamtlich und kommen in der Regel aus demselben Dorf wie
die Waisenkinder. "Oft sind es sogar Nachbarn", erklärt Nduwayezu. "Sie werden
von den Kindern selbst ausgewählt." Dass ein erwählter Mentor ablehnt, den
Kindern zu helfen, sei noch nie vorgekommen. "Der soziale Zusammenhalt in Ruanda
funktioniert, aber es bedarf eines Anstoßes von außen", so Nduwayezu. Die
Mentoren fungieren sogar als Anwälte der Kinder und setzen sich zum Beispiel für
die gerechte Verteilung des Erbes ein. Nach der lokalen Tradition fällt das Erbe
des Vaters nicht an Witwe und Kinder, sondern an die väterliche Verwandtschaft.
Durch die
Aufklärung vor Ort haben es die CARE-Mitarbeiter geschafft, Aberglauben und
Stigma zu überwinden. 500 Mentoren konnten bereits für das Projekt gewonnen
werden, 2.600 Kinderhaushalte werden so unterstützt. Auch die lokalen Behörden
konnten für das Programm begeistert werden. Eine finanzielle Unterstützung von
Seiten des Staates sei aber nicht zu erwarten, erklärt Nduwayezu: "Dafür ist
einfach kein Geld da." Neben der Hilfe durch die Mentoren soll den Kindern auch
eine Ausbildung ermöglicht werden. "Leider ist unser Budget limitiert, so dass
wir nicht alle vor der Kinderarbeit bewahren können", so Nduwayezu.
Langfristiges Ziel sei es jedoch, den AIDS-Waisen eine solide Bildung zu geben.
Einmal im Monat organisiert CARE einen sogenannten "fun day", an dem sich die
Kinder untereinander treffen und miteinander austauschen und spielen können.
Das
Nkundabana-Projekt wird von der EU und der Österreichischen Regierung
unterstützt. "Es ist aber nur ein Ansatzpunkt unter vielen, wie man die
AIDS-Waisenkindern in Afrika unterstützen kann", erklärt Janine Wurzer,
CARE-Projektreferentin mit dem Schwerpunkt Soziale Entwicklung, im Gespräch. Auf
der morgen, Donnerstag, stattfindenden Konferenz werden auch Experten von Save
the Children www.savethechildren.org , Unicef www.unicef.at und des Boltzman Instituts für
Menschenrechte (BIM) www.univie.ac.at/bim zu Wort kommen.
Gemeinsam sollen Erfahrungen ausgetauscht und neue Ideen zur Förderung und
Betreuung von AIDS-Waisen entwickelt werden.
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