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Massage - Wohlbefinden und Heilung durch Berührung
Touched to be Massage
© touched to be

Wohlbefinden und Heilung durch Berührung

 

von Peter Graule

Massieren ist eine alte Kunst. Hochwirksam, um Anspannungen und Stauungen zu lösen und den Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wie Massage wirkt, welche verschiedenen Formen von Massagen es gibt und wodurch sie sich unterscheiden soll in diesem Artikel geklärt werden.

 

 Berührung ist ein wichtiger Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation. Wir treten in Kontakt und Begegnung anderen an der Grenze, die das Innere vom Äußeren trennt: der Haut. Über eine halbe Million Sinnesrezeptoren nehmen jeden Reiz auf und leiten diesen über die Nervenbahnen an das Gehirn. Dort wird entschieden, wie der Reiz einzuordnen ist. Hormone, die Botenstoffe des Gehirns werden ausgeschüttet und vermitteln ein Gefühl-Szenario, das auf die Reize abgestimmt ist. Bei sanfter Berührung also werden entsprechend beruhigende Stoffe ausgeschüttet, die den gesamten Organismus in einen Zustand des „Wohlseins“ bringen. Stresshormone können abgebaut werden und wir geraten in einen Zustand des inneren Gleichgewichts. Vereinfacht dargestellt ist dies der Vorgang, wenn wir eine Massage erleben, wie auch wenn wir zärtlich vom Partner berührt werden oder ein warmer Windhauch uns in der Sonne berührt. Ganz allgemein gesagt: Jede Form von sanfter Berührung kann entspannend wirken.

 

Setzt man diese Reize gezielt ein, können z. B. über verschiedene Massagetechniken auch unterschiedliche Berührungssignale und Szenarien im Organismus gesetzt werden. So kann dosiert mit Druck, Reibung, Wärmereizen, verschiedenen Griff- und Knettechniken flächig oder in die Tiefe umgegangen werden. Auch macht es einen großen Unterschied ob an der Hautoberfläche oder bis in unterschiedliche Gewebeschichten darunter gearbeitet wird. Auch ob einzelne Muskel- und Sehnenstränge bei Verspannungen gelockert werden oder ob großflächiger sanft ausgestrichen wird, löst völlig unterschiedliche Berührungssignale aus. Über derart gezielte Reiz-Setzung kann der Organismus beeinflusst werden und tiefer gehende Heilungsprozesse können ausgelöst werden.

 

Während in der klassischen medizinischen Massage häufig zielgerichtet verspannte Muskelpartien gelockert und geknetet bzw. gedehnt werden, wird bei vielen „Wohlfühl-Massagen“ (Aromamassagen, der Touched to be® Ölmassage, Lomi Lomi u. a.) meist ganz sanft das Gewebe gelockert. Bei der medizinischen Massage geht es auch meist darum, gezielt schmerzhaft verspannte Partien zu lockern oder andere körperliche Beschwerden zu lindern, während bei Wohlfühl-Massagen im ganzheitlichen Sinne alle Körperschichten sowie die Psyche ausgeglichen werden sollen. Dies gilt auch für viele asiatische Massagetechniken. (z.B. Thai-Massage, Ayurbeda-Massagen, Shiatsu)

 

Beispielsweise kann eine Verspannung der Nackenmuskulatur Kopfschmerzen auslösen. Begebe ich mich damit in die Hände eines erfahrenen Masseurs, kann dieser die Muskulatur auf unterschiedliche Weise lockern und somit die Ursache für die Kopfschmerzen beseitigen. Bei gezieltem kneten der angespannten Muskelpartien – im Wechsel mit sanftem Schütteln bei einer medizinischen Massage, kann das Signal „locker lassen und lösen“ ausgelöst werden und der Schwerz gelindert werden. Einen ähnlichen Effekt kann eine ganzheitliche Entspannungs-Massage erzielen, bei der zunächst der gesamte Oberkörper und Kopf sanft gedehnt und gelockert und nicht gezielt im schmerzhaften Areal gearbeitet wird. In diesem eher zarten Vorgehen kann der gesamte Organismus entspannen und der Kopfschmerz ebenso langsam weichen. Zwei unterschiedliche Ansätze können durchaus zum gleichen Ergebnis führen – die Entscheidung für die eine oder andere Technik hängt davon ab, wie akut die Beschwerden sind und wie das Allgemeinbefinden ist und sollte immer vorher mit dem Behandler besprochen werden.

 

Wie bei vielen medizinischen oder naturheilkundlichen Anwendungen hängt der Erfolg der Behandlung immer auch von der fundierten Ausbildung und der Erfahrung des Behandlers ab. Ein staatlich geprüfter Masseur oder Physiotherapeut ist in der Regel in der klassischen medizinischen Massage ausgebildet und beherrscht zudem andere Techniken wie z.B. manuelle Lymphdrainage. Sie sind medizinisch so geschult, dass sie die Grenzen ihres Tuns erkennen und wissen, bei welchen Symptomen und Krankheitsbildern eine Massage nicht angeraten ist und besser ein Arzt hinzugezogen werden sollte. Das gleiche gilt für Heilpraktiker, die in Massagetechniken weitergebildet sind. Grundsätzlich sollte sich jeder, der eine Massage in Anspruch nehmen möchte, vorher von der Qualifikation des Masseurs überzeugen. Nur der Begriff „medizinische Massage“ und „ausgebildeter Masseur“ sind keine ausreichenden und überzeugenden Qualifikationen. Einen Profi erkenne ich auch daran, dass er mit gezielten Fragen vor der Behandlung meinen gesundheitlichen Zustand kurz erörtert, darauf sein Vorgehen abstimmt und dies mit mir bespricht. Denn eines ist vor allem wichtig, um sich bei einer Massage rundum wohlfühlen zu können: Das Vertrauen zu dem, der mich berührt.

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