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Das
Badehaus blickt auf eine lange Tradition zurück. Mit der Verbreitung des Islam
schossen überall Hamams aus dem Boden, war und ist doch die körperliche Reinheit
Voraussetzung für das Gebet.
Viele der Bäder
befinden sich in alten, historischen Gebäuden. In der Zeit der Sultane war der
Hamam ein beliebter Treffpunkt. In neuerer Zeit werden die Bäder aber immer
weniger besucht. Moderne Wohnungen mit eigenen Bädern, machen das öffentliche
Badehaus überflüssig. Daher sind viele auch etwas heruntergekommen. Aber es gibt
sie noch, die pompösen Badetempel. Von außen her unscheinbar, überrascht das
Innere mit Marmor und einem Spiel aus Licht und Schatten.
Den Hamam
besucht man am besten am Wochenende oder am Abend. Streng nach Männern und
Frauen getrennt, trifft man sich hier zum gemeinsamen Schwitzen und
Plaudern.
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Im ersten Raum wird sich um- bzw. ausgezogen. Hemd und
Hose werden gegen ein rotkariertes Wickeltuch getauscht. Dann geht es in den
Hararet, den Schwitzraum. Er ist der Mittelpunkt des Bades. Eine hohe Kuppel
wölbt sich über dem Raum. Aus kleinen Öffnungen in der Decke dringt das Licht
gebündelt ins Innere, malt helle Kreise auf den Boden. Der Rest des Raumes
versinkt in schummriges Dämmerlicht. In der Mitte der Halle steht der
„Nabelstein“. Es ist die Arbeitsstätte des Tellak, des Masseurs. Wer an eine
Massage mit Streicheleinheiten denkt, wird herb enttäuscht.
Der Körper
verschwindet unter Bergen von Seifenschaum. Dann beginnt die Massage, die eher
einem Knochenbrechen ähnelt. Es wird geknetet, gedrückt und gewalkt. Das Knacken
der Knochen scheint dem Tellak besonders gut zu gefallen. Bald fragt man sich,
warum man sich das antut. Wurde die Vorderseite gründlich bearbeitet, kommt
jetzt der Rücken an die Reihe. Ist das Lächeln des Masseurs eher ein teuflisches
Grinsen? Wer jetzt nicht aufgibt, erlebt die Folter- zweiter Teil. Mit einem
rauen Lappen, traditionell aus Pferdehaar, wird der Körper abgerubbelt. Bald
stellt sich das Gefühl ein, es ist nur noch rohes Fleisch übrig. Der Tellak gibt
erst Ruhe, wenn auch das letzte Fitzelchen alter Haut abgerieben ist. Fast
fluchtartig springt man vom „Nabelstein“, sinkt erschlagen in einer der
Ruheecken zusammen.
Nach einer kalten Dusche, bekommt man ein trockenes
Wickeltuch und warme Handtücher. Bei einem Glas Tee kehren die Lebensgeister
zurück.
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