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Das Leben in Ruhe genießen
Meditation
© photocase

Einfache Methoden der Entspannung im Alltag

 

von Peter Graule

Jeder hat Stress und weiss, wie wichtig es ist, zwischendurch zu entspannen. Nicht alles, was vordergründig vom Stress ablenkt ist mit Entspannung gleichzusetzen. Einen wirklichen Ausgleich herzustellen, von der inneren Anspannung loszulassen und den Körper zu entspannen braucht regelmäßige Übung. Mit gezielten Methoden aber auch mit bewusstem Verhalten im Alltag können wir Stress-verursacher ausschalten oder vermeiden, um in einen Zustand der Entspannung zu gelangen. Wenn der Körper in Stress gerät, wird vermehrt Adrenalin ausgeschüttet. Die Herzfrequenz, Atemfrequenz und der Muskel-Tonus steigen. Bei der bewussten Entspannung geht es um die Senkung des Adrenalinspiegels, damit um eine Beruhigung von Herzschlag, Atem und ein „Loslassen“ der Muskulatur.

 

Viele finden einen guten Abstand zum Alltag im Fitness-Training, Joggen oder beim Sex. Psychisch ist dies zwar sehr entspannend, doch körperlich bedeutet dies: Mehr Anspannung, mehr Adrenalin, mehr Forderung also auch mehr Stress für den Körper. Daher sollten wir tagsüber, vor allem aber abends, wir immer wieder dafür sorgen, dass unser Adrenalinspiegel sinken kann. Wir brauchen immer wieder kleine Entspannungspausen zwischendurch. Auch abends, bevor wir unser Sportprogramm beginnen, sollten wir erst entspannen. Zwischen Sport und Nachtruhe sollte genügend Zeit bleiben, um den Adrenalinspiegel zu senken.

 

Vom Prinzip her wirken alle Entspannungsmethoden gleich. Sie helfen uns, den Herzschlag zu beruhigen, die Atemfrequenz zu senken und die Muskulatur zu lösen. Jeder kann selbst herausfinden, ob er individuelle Methoden oder gezielte Techniken einsetzen möchte. Individuelle Entspannungsmethoden können das Mittagsschläfchen, das gute Buch bei leiser Musik, das Wannenbad bei Kerzenschein, der Saunabesuch oder der Waldspaziergang sein. Gezielte Entspannungstechniken lernt man am besten unter fachkundiger Anleitung (siehe Kasten). Dies braucht etwas Übung und Geduld. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Meditation werden eher liegend oder sitzend ausgeführt. Bei Qi Gong oder Yoga werden gezielte Bewegungsabläufen geübt.

 

Wer lieber ganz passiv entspannen möchte, der kann sich auch von einem Wellness-Profi behandeln lassen. Sei es die Massage, die Kosmetikbehandlung oder angeleitete Entspannungs-Sitzungen: Hier geht es um Genuss, verwöhnt werden und die Seele baumeln lassen. Adressen von Pädagogen, Psychologen, Therapeuten und Kosmetikern sind in den „rosa Seiten“ zu finden. Krankenkassen, Volkshochschulen und Sportvereine bieten ebenso Kurse an. Viele Angebote werden teilweise von den Kassen bezuschusst werden. Bei allen Wellness-Bemühungen um Entspannung gilt vor allem: Wichtig ist die Freude am Tun und die Lust am Leben zu spüren und sich durch zu viele Wellness-Termine nicht zusätzlichen Stress aufzuhalsen. Eben, das Leben in Ruhe genießen.

 

Ausgewählte Entspannungstechniken

Autogenes Training (AT)

Ein aus der Selbst-Hypnose abgeleitetes, weit verbreitetes Übungsverfahren, das unter Anleitung eines speziell ausgebildeten Therapeuten erlernt wird. Mit Hilfe von entspannungsfördernde Formeln wird die Konzentration auf verschiedene Körperbereiche gelenkt. Der Teilnehmer bleibt dabei passiv. Es gibt auch sog. häusliche Übungen, bei denen der Teilnehmer nach einer gewissen Zeit auch bestimmte Grundformeln ohne Anleitung zu Hause üben kann

 

Atemmeditation

Die bewusste Beobachtung des Atems kann zu tiefer Entspannung führen. Sei es, dass wir uns vorstellen, mit jedem Atemzug die Spannung hinaus und die Ruhe herein lassen oder einfach nur den Atem beobachten und in den Bauch lenken. Auch zweisilbige Worte eignen sich zur Atemmeditation, um die Gedanken zur Ruhe zu bringen. Hierbei wird die erste Silbe im Einatmen gedacht und die zweite Silbe im Ausatmen. (z.B. das Wort Ruhe: Ein-„Ru“ Aus- „he“)

 

Imagination

Bei der Imagination stellen wir uns Bilder im Kopf vor. Angenehme und beruhigende Bilder, die entspannend wirken (z.B. die Vorstellung eines Strandspazierganges an einem schönen Tag oder einen Sonnenuntergang). Hilfreich sind hier auch besprochene Kassetten oder CD´s, auf denen Imaginationen aufgesprochen und mit Entspannungsmusik untermalt sind.

 

Meditation

Mit Meditation werden Zustände innerer Ruhe beschrieben. Es geht um die Nicht-Beschäftigung mit den Gedanken, um das bewusste Ablenken von Gedanken, das „Leer-werden“. So kann man die Konzentration als Anfänger auf einen Gegenstand oder Punkt an der Wand lenken, um leichter in den Zustand der Meditation zu gelangen. Dies erfordert viel Übung und auch hier ist Anleitung hilfreich. Die Körperhaltung, meist im Sitzen, sollte dabei möglichst aufrecht und entspannt sein.

 

Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR)

Bei dieser Methode wird ein Wechsel von An- und Entspannung gezielter Muskelgruppen geübt. Die PMR wird im Liegen unter Anleitung gelernt. Eine Muskelgruppe wird zunächst angespannt, die Spannung wird gehalten, das Geschehen beobachtet und dann wird die Spannung „unterbrochen“ bzw. „beendet“. Dies wird in der Regel zweimal pro Muskelgruppe wiederholt.

 

Yoga

ist vor tausenden von Jahren in Indien entstanden und entspricht in seiner vollständigsten Ausführung einer ganzheitlichen Lebensweise, die den Körper, den Geist und die Seele einbezieht. Das Wort Yoga stammt aus der alten Sprache des Orients - Sanskrit - und wird im Sinne von "zusammenfügen", "Vereinigung" gebraucht. Das Hatha-Yoga oder Yoga der Körperbeherrschung ist der Yoga-Weg, der sich am stärksten am praktischen Leben orientiert und daher im Westen am weitesten verbreitet ist. Es besteht aus Körper- und Atemübungen (Asanas und Pranayama) sowie Meditation (Dhyjana).

 

Qi Gong

sind Übungen der traditionellen chinesischen Medizin zur Gesunderhaltung und Lebenspflege. „Qi“ bedeutet „Lebenskraft“ und „Gong“ heisst „beharrliches Üben“. Es handelt sich um einfache Übungen, die im Stehen und mit sanften Bewegungsabläufen den Energiefluss im Körper anregen und zu innerer Ruhe verhelfen.

 

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