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Was
die Haut altern lässt
von Peter Graule,
Heilpraktiker
Ewig jung bleibt niemand – aber kaum jemand möchte
dabei alt aussehen. In knapp 30 Jahren werden mehr als ein Drittel der
Bevölkerung älter als 65 Jahre sein – aber wesentlich gesünder, fitter und
attraktiver als noch vor einigen Jahren. Heute ist ein Mensch mit fünfzig oft
noch genauso aktiv und attraktiv wie früher ein Dreißigjähriger. Das Geheimnis
liegt scheinbar im „Anti Aging“, was zunächst wie ein nicht einlösbares
Versprechen klingt. Die Zeichen der Zeit gehen jedoch an keinem spurlos vorüber
und zeigen sich zu aller erst an der Haut: die ersten Fältchen, das einzelne
graue Haar, nachlassende Straffheit des Gewebes. Die Hautalterung hängt von
ebenso vielen Faktoren ab, wie in der Kosmetikindustrie Produkte dafür angeboten
werden – doch welche Gegenmaßnahmen sind tatsächlich wirksam?
Warum altert die
Haut? Generell beeinflusst die
innere biologische Uhr den Prozess der Hautalterung. Jede Körperzelle trägt in
ihrem Erbgut – der DNS – das „Programm“ zum Altern in sich. Diese genetisch
bedingte Hautalterung ist individuell verschieden und grundsätzlich nicht
aufzuhalten. Hier spielt unser Hormonhaushalt eine wichtige Rolle. Lediglich
durch die Lebensweise kann der Prozess der Hautalterung beeinflusst werden.
Anders verhält es sich mit der umweltbedingten Hautalterung. Hier bestimmen
äußere Faktoren, wie z.B. das Sonnenlicht oder Umweltgifte, den
Alterungsprozess, aber auch psychischer Stress. In der Regel beginnt die Haut ab
dem 25. Lebensjahr zu altern. Dieser Alterungsprozess erklärt sich durch den
Aufbau der Hautstruktur. Diese wird zum Großteil aus dem Eiweiß Kollagen
gebildet. Mit seinen seilartigen Strukturen, die sich zu Fasern mit extrem hoher
Festigkeit vernetzen, bilden sie das Stützgerüst des Bindegewebes, das die Haut
straff und elastisch macht. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil an Kollagen
in der Haut ab, Zellen erneuern sich langsamer, die Haut wird dünner und
verliert an Spannkraft. Die Folge: Es bilden sich Falten.
Gleichmäßiger
Biorhythmus hält länger jung
Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein gleichmäßiger Biorhythmus mit
ausreichend Schlaf, Bewegung an frischer Luft und Entspannung sich positiv aus
dem Hormonhaushalt auswirkt und damit zumindest die biologische Uhr langsamer
ticken lässt. Zudem wirkt sich eine gesunde und ausgewogene Ernährung unter zwei
Gesichtspunkten positiv aus. Zum Einen sorgen ausreichend Vitamine und
Mineralstoffe für einen ausgeglichenen Hormonhaushalt und fördern das
Zellwachstum, zum Andern halten Enzyme und Vitamine die Zellgifte in Schach, die
für den so genannten oxidativen Stress verantwortlich sind. Damit sind
Umwelteinflüsse gemeint, die dazu führen, dass freie Radikale und UV-Strahlung
langfristig die Haut schädigen. Vitamin C und antioxidative Enzyme können die
freien Radikale binden und Vitamin E kann offenbar Sonnenschäden, Entzündungen
und Faltenbildung reduzieren. Auch Kupfer wird in der Wissenschaft als wichtiges
Spurenelement für die Stimulierung der Kollagen- und Elastinbildung und den
natürlichen Feuchtigkeitsgehalt der Haut seit einiger Zeit erkannt.
Ausreichender Schutz und gezielte
Pflege hilft Vor Umweltgiften sollte man sich auch äußerlich
schützen. Vor allem die UV-Strahlung kann verheerende Folgen für das Hautbild
haben. Hier sollte die Haut regelmäßig gepflegt werden und mit ausreichend
Nährstoffen versorgt werden. Vor jedem Sonnenbad sollte die Haut mit einer
Lichtschutz-Creme und nach jedem Sonnenbad mit einer Feuchtigkeits-Lotion
gepflegt werden. In regelmäßigen Abständen sollte die oberste Hornschicht
abgeschliffen werden (Peeling), damit die Haut genügend Sauerstoff aufnehmen
kann und die Regulationsvorgänge über die Hautporen unterstützt werden. Die
tägliche Reinigung mit milden, waschaktiven Substanzen befreit zudem die Haut
von Verschmutzungen, die sich im schützenden Fettfilm befinden.
Auch der
Feuchtigkeitsgehalt sollte sowohl durch Pflege von Außen als auch durch genügend
Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser täglich gesättigt werden. Eine spezielle
Sonnenpflege-Kur für den gesamten Körper im Kosmetik-Studio empfiehlt sich vor
allem im Sommer. Außer Wasser kann auch mit Gemüse von innen der Hautschutz
gefördert werden. So können Tomaten und Möhren freie Radikale binden und die
Haut mit wichtigen Nährstoffen versorgen und damit die Eigenschutzzeit der Haut
verlängern. Ob die Zufuhr von Mineralien und Vitaminen über chemische Kosmetika
ausreichend ist, ist wissenschaftlich nicht belegt. Natürliche Vitamine und
Mineralien aus pflanzlichen Produkten, wie sie in Naturkosmetika verwendet
werden, können hingegen wahrscheinlich leichter von der Haut aufgenommen werden.
Rauchen lässt alt aussehen Ein
wesentlicher Faktor, der die Haut schädigt, ist Nikotin und andere Stoffe im
Tabakrauch. Nachweislich werden dadurch Enzyme gebildet, die den Abbau von
Binegewebsfasern fördern und die Neubildung kollagener Fasern hemmen. Die Folge:
vermehrte Faltenbildung. Zudem beeinflusst der Tabakkonsum den Hormonhaushalt.
Durch Verminderung von Östrogen wird die Haut dünn, trocken und runzelig. Auch
die Sonneneinwirkung wird durch Nikotin verstärkt und die verminderte
Durchblutung kann die Gewebeneubildung stören, die Haut entzündet sich leichter.
Fazit Den Körper fit zu halten
mit gesunder Ernährung, genügend Schlaf, ausreichend Bewegung und guter
Entspannung und seelischer Zufriedenheit lässt uns weniger altern und
gleichzeitig das Alter lebendiger erleben. Eine regelmäßige Hautpflege und
Wellness-Auszeiten halten zudem die Haut gesund, frisch und fördern das innere
Gleichgewicht. So wird aus Anti-Aging „better aging“, denn: wahre Schönheit
kommt ohnehin von Innen. |