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Einige Tipps aus dem Buch
„Gay Online Dating“
Der Chat fängt viel versprechend
an. Die Stats passen zum eigenen Beuteraster, der Typ wohnt, so sagt er, gleich
um die Ecke. Dem Date steht eigentlich fast nichts mehr im Wege. Fast. Denn
hinter dem Profil der Begierde kann immer noch jemand anderes stecken. So
genannte Faker, die vorgeben, jemand anderes zu sein, gibt es im Netz recht oft.
Sie führen Dich an der Nase herum, weil es ihnen Spaß macht oder weil es ihnen
an Selbstbewusstsein fehlt. Manchmal führen sie sogar Böses im Schilde.
Torsten (25) aus Köln (Name
geändert) ist ein Liebhaber von getragenen Socken. In einem geschlossenen
Chat-Raum im Internet suchte er Nachschub – und schien auch schnell Erfolg zu
haben. Ein paar Schüler, alle um die 16 Jahre, hatten sich aus Langeweile in den
Chat eingeklinkt, gaben sich als potentielle Interessenten aus, die ihre alten
Strümpfe gegen Bares herausrücken wollen. Nachdem die Handynummern ausgetauscht
waren, verabredete man sich auf dem Kriegerplatz im Stadtteil Longerich. Dort
wartete die sechsköpfige Bande bereits mit Baseballschlägern auf Torsten. Gegen
drei von ihnen ermittelt nun die Kripo Köln wegen gefährlicher
Körperverletzung.
Absoluten Schutz vor bösen
Überraschungen gibt es beim Online-Dating nicht, das ist ein Nachteil der
schnellen anonymen Kommunikation. Du hast aber immer ein paar Möglichkeiten,
Dich davon zu überzeugen, dass derjenige, mit dem Du chattest, auch wirklich
existiert bzw. es tatsächlich ernst meint. Bei folgenden Situationen solltest Du
vorsichtig sein:
Der Mann ohne
Bild
„Haste ein Pic?“ - „Leider nein,
mein Scanner ist kaputt.“ - „Digikamera oder Webcam auch nicht?“ – „Leider,
nein!“ Könnte sein, dass Du es hier mit jemandem zu tun hast, der schlicht
Schiss hat, sich zu zeigen, weil er ungeoutet ist oder dreißig Kilo mehr wiegt,
als im Profil angegeben. In einer Zeit, in der einem die Digitalkameras
hinterher geworfen werden, taugt jedoch die Ausrede, kein Bild von sich zu
haben, kaum noch. Verabrede Dich mit solchen Leuten allenfalls an öffentlichen
Orten wie einem Café oder in der Sauna!
Das
Super-Model
Das Bild kommt an, der Typ darauf
ist super gut ausgeleuchtet, wunderschön drapiert, also kein üblicher
Schnappschuss. Komisch nur, dass die Steckdose im Hintergrund so ganz anders
aussieht als in Deutschland üblich. Aktfotos, irgendwo aus dem Netz gefischt,
werden gern von Fakern genutzt. Wenn die Aufnahme zu glatt aussieht, frag ruhig
freundlich kritisch nach oder lasse Dir weitere Bilder schicken. Wer ein
ernsthaftes Interesse an einem Treffen hat, wird es auch plausibel erklären
können, wenn er womöglich tatsächlich ein Foto-Shooting bei einem Profi
hatte.
Das kaputte
Handy
„Bevor ich zu Dir komme, lass uns
noch mal kurz telefonieren.“ - „Mein Handy ist kaputt.“ Achtung: Wer sich dem
einfachsten Kommunikationsmittel entzieht, mit dem man die Identität des
Gegenüber überprüfen kann, der hat andere Absichten, als sich mit Dir zu
treffen!
Der Typ ohne
Namen
„Komm zur Hausnummer 69, und warte
vor der Haustür. Ich schaue nach, wenn Du angekommen bist, mache ich Dir auf.“
Wenn Du darauf eingehst, ohne eine Handynummer oder einen Namen von Deinem Date
zu haben, kann es sein, dass Du doof vor dieser Haustür stehst und irgendwo
hinter den Gardinen lacht sich einer tot!
Der Neue ohne
Freunde
Sein Foto ist unglaublich süß, und
sein Profil haben erst 40 User besucht. Gerade hinter vermeintlichem
Online-Frischfleisch verbergen sich gerne Faker, die aus Jux und Dollerei einen
virtuellen Cruiser erfunden haben. Sei deshalb bei neuen Profilen immer
besonders vorsichtig! Achte auch auf den „Bekanntheitsgrad“ Deines Chatpartners
und wirf einen Blick in sein Gästebuch! Die meisten Dating-Portale bieten die
Möglichkeit der gegenseitigen Verlinkung mit Freunden und Bekannten. Wer in
seinem Profil auf 50 andere Männer verweist, mag vielleicht ein Flittchen sein,
ist aber mit Sicherkeit kein Faker…
170 cm, 80 kg,
schlank…
Alles läuft nach Plan: Ihr habt
einen netten Chat, er mailt Dir viele Pics, gibt Dir seine Handynummer und auch
seine Adresse – und dann wird’s doch kein Super-Date. Der Schlanke hat einen
Bierbauch, der XL-Schwanz misst nur 12 Zentimeter, der angebliche „Flexible“
besteht auf die aktive Rolle. Die Grenzen zwischen Fakern, Lügnern und
Flunkerern sind fließend. Überprüfe deshalb vor einem Date alle Angaben im
Profil auf ihre Stimmigkeit. Wer nur 1,70 Meter groß ist und 80 Kilo wiegt, ist
mit Sicherheit nicht schlank. Und ein muskulöser Zwei-Meter-Kerl wiegt sicher
mehr als 70 Kilogramm. Genauso wichtig ist es, sich vorher über die
gegenseitigen Erwartungen an das Date
auszutauschen.
Der Text ist eine Leseprobe aus dem neuen Ratgeber „Gay Online
Dating. Das ultimative Handbuch fürs schwule Chatten, Verabreden und Bloggen“.
Der von Christian Scheuß und Micha Schulze herausgegebene Band ist erschienen im
Bruno Gmünder Verlag, hat 192 Seiten und kostet 12,95
Euro.
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