Kalt und ungemütlich ist es
draussen geworden. Doch kein Grund zur Verzweiflung. Jetzt ist die beste
Gelegenheit um das Immunsystem auf Trab und als Nebeneffekt auch noch die
Hormone in Wallung zu bringen. Wie wärs also mit einem Saunabesuch?
Die Deutschen sind ein Volk von Saunafreunden.
Schätzungsweise 23 Millionen gehen regelmäßig in den „Schwitzkasten“.
Bereits vor 2000 Jahren nutzten die Finnen die Sauna als Raum für Muße und
Entspannung. Außerdem stärkt sie das Immunsystem und beugt Infektionskrankheiten
vor. Die Nacktheit macht alle gleich. Dem
Bankdirektor der neben Lieschen Müller schwitzt fehlen hier die kleidungsmäßigen
Statussymbole, das schafft ein Verbundenheitsgefühl welches viele sehr
schätzen.
Neben der klassischen Sauna kann man heute unterschiedlichste heiße Bäder
genießen. Typisch für die klassische Sauna ist die hohe Temperatur, zwischen 80
bis 105 Grad Celsius und die geringe Luftfeuchtigkeit. Durch
dieses heiße und trockene Klima wird die Schweißverdunstung stark gefördert.
Durch unterschiedliche Etagen ist ein Saunagang in verschiedenen Temperaturzonen
möglich.
Doch was sind nun die Besonderheiten einer Gaysauna? Nun, zuerstmal liegt der Eingang häufig ziemlich versteckt. Diskretion ist
wichtig, denn dort treffen sich nicht nur geoutete Gays sondern u.a. auch
(Bi-) Männer die Abwechslung vom Ehealltag suchen.
Eine gute Sauna bietet
nicht nur ein schönes Ambiente, auch Sauberkeit und Hygiene ist für die Betreiber oberstes Gebot.
Safer Sex sollte eine Selbstverständlichkeit sein, denn an Kondomen darf kein
Mangel herrschen.
Nachdem du an der Kasse den Eintritt bezahlt, den Schlüssel
für Schrank oder Kabine erhalten hast und mit Badelatschen und Handtüchern
ausgestattet bist, geht es in die Umkleide. Wohlige Wärme umschmeichelt dich und
macht es dir leicht aus den Klamotten zu schlüpfen. Kein Angst, die Typen
beissen nicht, außer du möchtest es.
Ein leicht erhöhter Puls ist
normal, denn wer weiß schon welche Abenteuer einen erwarten? Wieviele Besucher
sind noch da? Ist einer dabei, der meinem Geschmack entspricht? Laß dich einfach
von der Atmosphäre gefangen nehmen und starte einen Rundgang. Erkunde die
verschiedenen Räume. Schnell merkst du, dass hier eigene Regeln gelten. Aus einigen
Kabinen dringt lustvolles Stöhnen, Männer relaxen in Liegestühlen, vergnügen
sich bei einem Gayvideo, drinken etwas an der Bar, ratschen und kommunizieren
"non-verbal" durch eindeutige Körpersprache. Spürst Du die schmachtenden
Blicke?
Vieles kann, nichts muss! Du wirst hier zu
nichts gezwungen was du nicht selbst möchtest. Klar, dass nicht jeder Typ nach
deinem Geschmack ist und besonders Typen mit Waschbrettbauch meist sofort heiß
begehrt sind. Nur, die Welt besteht nicht nur aus Adonisen und die Geschmäcker
sind bekanntlich verschieden. Ein Nein oder eine abweisende Geste sind meist
völlig ausreichend um seinen Standpunkt klarzustellen. Dies gilt für den
umgekehrten Fall, wenn dir jemand gefällt natürlich genauso. Meist wird ohne
viel Worte zur "Sache" gekommen.
Du hast dich noch nicht ins Getümmel
gestürzt? Dann ab an oder unter die Dusche. Hier kommen Exibitionisten und
Voyeure auf ihre Kosten. Von hier aus kannst du abchecken wer wohin
entschwindet. Neugier zu zeigen, braucht dir nicht peinlich sein, das gehört
hier dazu.
Häufig gibt es neben der
klassischen finnischen Sauna auch noch eine sogenannte Biosauna. Diese zeichnet
sich durch wechselnde Beleuchtung mit verschiedenen Farben (blau, rot, violett,
orange), einer niedrigeren Temperatur und spezielle Düfte aus. Das "Highlight"
einer Gaysauna aber ist die Dampfsauna. Je stärker der Dampf, desto gieriger die
Hände. Wenn dir das zu "cruise" ist, geh besser nicht rein.
Nach dem Schwitzen vielleicht noch
ein Drink
an der Bar und mit den Leuten plaudern? Oder lieber in
den Magazinen schmökern? Viele Saunas bieten zusätzlich einen Whirlpool, Fitnessgeräte, Videoroom und professionelle Massagen
an. Oft stehen verschiedene Mottopartys auf dem Programm zu dem sich beispielsweise
Bärenliebhaber treffen. Im Kaiserbründl sind z.B. die Satyricon-Events legendär. Du siehst, es wird viel
geboten.
Manchmal ist es so,
dass die Szenerie als zu anonym empfunden wird: "Das ist nicht meine Welt".
Völlig OK. Die Meisten zieht es aber immer wieder hier her. Check it out.