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Peter Schauwecker
und seine Bilder
Nach seinem
eigenen stets gerne wiederholten Bekunden ist er froh, sich nicht als „Künstler“
definieren zu müssen, sondern als Maler. Dazu kommt, daß Peter Schauweckers
Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, einem naiven „Maler male mir...“
entgegenkommen zu wollen scheinen, zumindest auf den ersten Blick. Denn immer
führen sie eindeutig Erkennbares vor Augen. Landschaftsauschnitte, Veduten,
vorrangig aber männliche Akte in Posen und Umgebungen, deren Elemente aus eben
der Welt stammen, die wir zu kennen meinen. Das seh- und lernbegierige Auge des
Malers bedient sich in ihrer Konsequenz mit Ausdauer und Hingabe. Seine geübte
Hand hält den Ertrag in den Studienblättern überzeugend
fest.
Allein die
Dauer der Arbeit daran läßt das sichtbare Ergebnis zwar sehr
wirklichkeitshaltig, aber kaum wirklichkeitsgemäß aussehen. Denn das aus vielen
Momenten gewonnene ist naturgemäß eine vom Urheber ermittelte Summe vieler
Durchschnittswerte und der Anschein fühlbarer Körper eine suggestive
Hervorbringung kalkuliert eingesetzter bildnerischer Mittel.
Das jeweilige
Erscheinungsbild hängt bei diesem Grad der Anlehnung an das Modell ähnlich stark
von Lichtverhältnissen ab wie in der Fotographie. Diese sind aber als absolut
variabel anzusehen, d.h. handhabbar, wähl- und manipulierbar durch den Maler.
Der entscheidet über Ausschnitt, Ausblenden oder beibehalten bestimmter Elemente
seines Vorbildmaterials. Er schöpft den so eröffneten Spielraum am Ende noch
weiter aus zu Anordnungen, wie sie einem in der Wirklichkeit kaum begegnen
dürften, vielleicht aber im Traum.
Die
Farbwerte, die der Maler einsetzt, sind dem Konflikt zwischen Erscheinungs-,
Gegenstands- und Vorstellungsfarbe abgerungen. Dabei läßt Schauwecker im Atelier
eine Ausleuchtungsintensität mitspielen, an die wir uns erst durch langjährigen
Medienkonsum gewöhnt haben müssen.
So summieren
sich beobachtbar die Anzeichen, daß diese von Abbildlichkeit strotzenden Bilder
doch keineswegs nur als Abbilder zu verstehen sind. Diese Differenz nährt
allerdings auch einen gewissen Kunstverdacht. Geht es doch um einiges mehr als
das bloß wiedererkennbare in diesen Bildern.
Prof.
Siegfried Mack
Kunstmaler und
Professor em. an der Universität
Regensburg
Katalog:
Peter
Schauwecker
Männer und
Landschaften
Gestaltung: Fuad
Haroun, München
Scan: Jürgen
Heldwein, München
Druck: DPI,
München
(c) Peter
Schauwecker, Günther Haltrich, Siegfried Mack
Kunstbehandlung
Ausstellungsraum
Müllerstraße 40
80469 München
Alle Rechte
vorbehalten. Printed in Germany
ISBN
3-00-017047-2 |