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© Universal Music |
| Yellow Lounge compiled by Rufus Wainwright |
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Gegen alle
Hörgewohnheiten: DJs legen live im Club klassische Musik auf – das ist die
Yellow Lounge, die im Berliner Nachtleben längst Kultstatus erreicht hat. Seit
einigen Jahren veröffentlicht die Deutsche Grammophon klassische DJ-Sets aus der
Yellow Lounge unter ihrem gelben Label. Nun konnte zum ersten Mal ein
bedeutender Popkünstler für dieses CD-Projekt gewonnen werden: Rufus Wainwright.
Für einen DJ-Ausflug in die Klassik
ist Rufus Wainwright ideal geeignet. Der gebürtige Kanadier wuchs in einer
hochmusikalischen Familie auf und war von klein auf in der Klassik verwurzelt.
Er bekam Klavierunterricht und studierte sogar mal zwei Jahre lang an der
renommierten McGill University in Montreal Kompositionslehre. Seine vier bisher
veröffentlichten Singer/Songwriter-Alben bereicherte der 33-jährige, der 1998
vom Rolling Stone Magazine als bester Newcomer ausgezeichnet wurde, stets mit
direkten Zitaten aus klassischen Werken. Die meisten seiner Songs sind komplex
strukturiert und folgen geradezu klassischen Harmonien. Oftmals experimentiert
Rufus Wainwright mit Arrangements für Chor und großes Orchester. Es hat schon seine
Gründe, warum Elton John ihn als den besten Songwriter unserer Tage bezeichnet.
Für seinen Yellow Lounge-Mix hat
Rufus Wainwright einige Überraschungsmomente parat. Von Bach bis Schnittke
reicht seine Bandbreite, er schreckt weder vor gewaltigen, eruptiven
Höhepunkten, noch vor expressiver Sperrigkeit zurück. Aber, wie er emphatisch
betont, „Ich bin zuallererst Melodiker – einige der ausgewählten Stücke sind
zwar sehr vielschichtig und manche rühren an die Grenzen der Tonalität, aber
dennoch sind es alles Stücke mit Motiven, die man singen oder sogar beiläufig
summen könnte. Ich habe mich auf das konzentriert, was ich selber auch am
liebsten mag – Musik, die zwar mit einem Fuß auf einem sehr komplexen
Spannungsfeld, mit dem anderen aber auf einer ganz natürlichen Harmonik steht“.
Das ist ein gutes Motto, um die
Kulminationspunkte der Zusammenstellung zu beschreiben, das „Rex tremendae“ aus
Verdis Requiem (Tr. 5), das Finale des ersten Aktes aus Tosca (Tr. 9) und das
Finale der Salome von Richard Strauss (Tr. 16). Doch dazwischen gibt es immer
wieder ganz ruhige, fast meditative Stücke: Auf Verdis Requiem folgt ein
langsamer Satz aus den Sonnen-Quartetten von Haydn, auf das Drama der Tosca das
„Andante“ aus Elgars Enigma-Variationen. Es sind starke Kontraste und ihre
stimmige Verbindung in Form einer wellenartig auf- und abbrandenden, endlosen
Melodie, die dieses Klassik-DJ-Set bestimmen.
Wenn das letzte Stück der
Compilation verklungen ist, folgt noch eine Überraschung: Zwei von Rufus
Wainwrights eigenen Songs, für diese CD arrangiert für Klavierquartett,
eingespielt vom Fauré Quartett. Kleine, ungemein reizvolle Miniaturen, die für
einen beschwingten Ausklang sorgen. „Ich war sehr beeindruckt von ihrer
Interpretation, weil sie einerseits genau den Kern getroffen, aber andererseits
auch etwas Neues damit gemacht haben“, sagt Rufus Wainwright. „Und der Melodiker
in mir hat es natürlich sehr genossen, die Songs einmal ohne Worte zu hören.“
Homepage: www.yellow-lounge.de
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