Assalto, “Anschlag”, heißt HUECCOs zweiter Longplayer, für den er sich mit Producer Thom Russo (System of a Down, Audioslave, Maná) zusammentat.
Und ein Anschlag ist das Album allemal, nämlich auf Gleichförmigkeit und Langeweile in der Popmusik, die HUECCO mit viel Phantasie und einem ausgeprägten Gefühl für Rhythmus und Melodie besiegt.
Assalto ist ein bisschen wie eine Reise durch die Welt Mittelamerikas, auf der HUECCO keine Sehens- bzw. Hörenswürdigkeit auslässt. Auf El burro de Mayabe führt er uns nach Cuba und macht uns im Salsabeat mit der kubanischen Sängerin Lena bekannt, dann geht es mit Se me olvidó olvidarte nach Mexiko, wo HUECCO einen herrlich Ska-freudigen Punk-Ranchera entdeckt, der die Fans auf Live-Konzerten bereits zur Ekstase treibt. Und so unmöglich es scheint, Rock mit Merengue und Rumbatón zu vermählen – HUECCO gelingt genau das auf Cerezas. Natürlich gibt es auch besinnliche Momente auf Assalto, etwa auf Mirando al cielo, in dem HUECCO Pachelbels Kanon in D-Dur kurzerhand in eine wunderschöne Pop-Ballade einbaut, in der es um einen Soldaten geht, der das Schlachtfeld verlässt, weil er viel lieber bei seiner Liebsten sein will. Noch eindringlicher gestaltet sich Se acabaron las lágrimas, in dem er sich entschieden gegen Gewalt gegen Frauen richtet. Begleitet von Flamenco-Sängerin Hanna, meistert HUECCO das Thema, indem er Flamenco mit einem Schuss Countryrock anreichert.
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© Warner Music |
| HUECCO - Assalto |
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Das alles funktioniert hervorragend dank HUECCOs großartigem Talent als weltoffenem Songwriter, der nationale Gegensätze ebenso wenig wie musikalische akzeptiert und stattdessen das Verbindende sucht.Klar, dass HUECCO auch dem HipHop einen Raum gibt, und so erzählt er in Creo mit einem ironischen Augenzwinkern von all denen, denen er nicht über den Weg traut. Er schrieb den Song für seine neugeborene Tochter, denn sie gehört zu den wenigen Menschen, denen er vertraut. Zum Ausklang enthält Assalto drei Bonustracks, die HUECCO als mehrsprachiges Talent ausweisen. Je pense à tes yeux bringt uns in die Pariser Cafés zurück, in denen der französische Chanson jahrzehntelang ansässig war (und immer noch ist), und Tô morrendo por você belebt die brasilianisch-portugiesische Carioca Samba aufs Neue. Der Schluss- und zugleich Titelsong lässt dann die Violinen sprechen, es ist ein kurzes Extro, das eine Ahnung von HUECCOs zukünftigen Abenteuern vermittelt. Aber das wird eine neue Reise sein…
Link: www.huecco.com
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