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© Himmelstürmer Verlag |
| Selbstverständlich schwul - Manuel Sandrino |
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Das blitzschnelle Tempo von heute lässt uns wenig Zeit, um zu fragen: Was um Himmels willen mache ich hier? Unsere Suche nach Liebe, Weisheit und Freiheit bleibt oft für Unwichtiges auf der Strecke. Wer bin ich? Was bin ich? Warum bin ich hier? Selbstverständlich schwul! ist nicht die Suche nach sexueller Identität oder einem persönlichen Coming Out, sondern das Streben nach dem Warum? und Wieso? hinter allen Dingen – dem Sinn des Lebens.Die Reise des zwanzigjährigen Romanhelden Timmy beginnt mit einer Homepageadresse zu einer geheimnisvollen Schule in San Francisco. Aus einem Drang seine Hemmungen in den Griff zu kriegen, entwickelt sich rasch die Suche nach dem Sinn des Lebens. Schon am ersten Tag erkennt Timmy an der neuen Schule, dass seine Hemmungen nichts weiter, als Ängste vor seinen eigenen Stärken sind. Peinlicher als das Hasenkostüm bei seiner ersten Lektion in der Theaterklasse könnte nichts mehr werde, denkt Timmy. Da dehnte sich sein Ganzkörpertrikot derart, dass es durchsichtig schien, dazu die Schlappohren und das flauschige Hoppelschwänzchen, das sein blankes Hinterteil noch mehr betonte. Nur wer wahrlich nackt der Welt begegnet, erkennt sich selbst in anderen, lautete das Thema des Abends. Timmy blieb an jenem ersten Theaterabend kein lächerliches Häschen, sondern mutiert zum Anführer. Oft erstarrt Timmy in Angst bei dem, was alles auf ihn zukommt, stolpert aber trotzdem stetig vorwärts in immer verrücktere Gelegenheiten zu wachsen, sich zu blamieren und Antworten auf seine drei alles motivierenden Fragen zu finden: Was ist Liebe? Was ist Wahrheit? Was ist Freiheit? In Mythologie erfährt er: „Mythologie hat immer mit Abenteuern zu tun! Jeder von euch ist ein Held auf seiner individuellen Reise. Vergesst das nicht. Secondhand-Erfahrungen, wie alte Geschichten, Filme und Bücher sind wichtig, doch ersetzen sie nie eure eigenen Taten. Alles kann euch inspirieren, ermutigen und als Tür in neue Möglichkeiten dienen. Doch weder ein Buch, noch ein Ritual ersetzen eure eigenen Erfahrungen. Eure Taten und Entscheidungen machen den Unterschied zwischen Ahnung und Bewusstsein. Beleuchtet euere Erfahrungen mit dem Licht der Erkenntnis. Erwacht und setzt um, was ihr realisiert habt. Es gibt immer einen nächsten Schritt und den müsst ihr selber machen. Niemand nimmt euch das ab, wenn auch viele das lautstark behaupten“, endet der Mythologielehrer seine Lektion am Ufer des Pazifiks. Letzte Woche setzte ich meine Füße auf den Pfad, heut bin ich unterwegs, denkt Timmy. Kenn ich mein Ziel? Weiß ich, wo meine Heimat liegt oder irre ich wie Odysseus von Küste zu Küste, angespült wie Treibgut auf der See der Zufälligkeiten? In der zweiten Woche (von sechs) nimmt die Sportklasse an den jährlich stattfindenden Bay Gay Olympics teil. Alle Teams treten in schrillen Kostümen in Leder oder Tüll an. Ausgerechnet Timmys Schule hat keine Mannschaftstrikots. Inspiriert aus dem Unterricht über die Antike und aus Mangel an Trikots tritt sein Team nackt wie die alten Griechen zur Olympiade an. Obwohl die Spiele versteckt, fernab der Öffentlichkeit in den Wäldern hinter Sausalito stattfinden, gerät Timmy in die Schlagzeilen und wird Spielball der Manipulationen eines sensationshungrigen Journalisten. Im konservativen Amerika mit seiner Prüderie und Doppelmoral kommt es zu Protesten und Demonstrationen. Jetzt fangen die Probleme erst so richtig an. ... Wer möchte nicht einmal, wenigstens für die Dauer eines Buches, hinter die Kulissen einer (oft) geheimnisvollen Männerwelt blicken? Wen interessiert nicht, was sich tiefer in der Psyche des Mannes abspielt? Welche Antworten liefern Geschichte und Mythologie? Was ist der Unterschied zwischen Ideen und gelebter Realität? Ein spannendes Buch voller überraschenden Wendungen von der ersten bis zur letzten Seite. Selbst im 21. Jahrhundert ist das Thema Homosexualität und Schwulsein noch immer in vielen Ländern der Welt tabu oder gar strafbar. Aber was ist mit dem Individuum in den Ländern, in denen Homosexualität toleriert oder gar geschützt ist? Wie selbstverständlich ist das Schwulsein außerhalb des „schwulen Gettos“ (der Subkultur, einschlägigen Lokalen, dunklen Parks, in Internet Chats oder der eigenen Fantasie) tatsächlich? Heute, durch die „Anonymität“ des Internets sind erneut viele Männer und Frauen auf der Suche nach dem lange verbotenen anderen Ufer, für einen Moment der Neugier, für ein einzelnes Abenteuer oder für den Rest des Lebens.
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