Martin Stadtfeld spielt Bach "Das wohltemperierte Klavier"
Mit Musik des Komponisten Bach feierte Martin Stadtfeld seine größten Erfolge, angefangen von den „Goldberg-Variationen“, mit denen er 2003 sein chartstürmendes CD-Debüt gab, bis zu den Klavierkonzerten Bachs, die 2006 erschienen. Stadtfeld, der 2002 den Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig als erster deutscher Pianist mit einem ersten Preis gewann, liebt Bach: „Die Musik Bachs beginnt in meinen Augen dort, wo vieles andere von großem Wert und tiefgreifender Emotionalität endet.“
Für seine neueste CD hat sich der 28-jährige Pianist nun mit einem Werkzyklus beschäftigt, der auch als „Altes Testament der Klavierliteratur“ bezeichnet wird. Bach komponierte den ersten Teil des „Wohltemperierten Klavier“ 1722 damals als Reaktion auf eine Neuordnung des Tonartenvorrats, die der Theoretiker Andreas Werckmeister 1691 in seinem bahnbrechenden Traktat „Musicalische Stimmung“ als „wohltemperierte Stimmung“ bezeichnet hat. Damit wurde erstmals die Tonreihe in zwölf gleiche Halbtonschritte aufgeteilt.
Mit dem „Wohltemperierten Klavier“ schuf Bach einen Zyklus, der mit jeweils einem Präludium und einer Fuge systematisch durch alle zwölf Dur- und alle zwölf Moll-Tonarten führt. Und gleich das erste Präludium in C-Dur gehört zu den berühmtesten Werken der klassischen Musik. Bis heute gehört das „Wohltemperierte Klavier“ in seiner harmonischen Vielfalt und in seinem technischen Anspruch zu den wichtigsten Werken der Klavierliteratur. Für Martin Stadtfeld, der den ersten Teil des „Wohltemperierten Klavier“ im großen Saal des Konzerthaus Dortmund, mit dem ihn eine langjährige enge Zusammenarbeit verbindet, aufgenommen hat, ist es zudem „ein Werk von großer Tiefe und Schönheit“.
Parallel erscheint eine weitere CD in Koproduktion mit dem SWR, auf der Martin Stadtfeld im Gespräch mit einem 12-jährigen Mädchen über das Wohltemperierte Klavier von Bach spricht und anhand von Musikbeispielen auf dem Klavier, dem Cembalo, einem Clavichord und einer Orgel die Besonderheiten des Werkes erläutert.