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Kein Segen für homosexuelle Lebensgemeinschaften
Basilique du Sacré-Cœur
© photocase / nico78
Basilique du Sacré-Cœur
"Die katholische Kirche sieht sich verpflichtet, für homosexuelle Personen angemessene Formen der Seelsorge zu suchen. Nach der Lehre der Kirche kann dies jedoch in keiner Weise zur rechtlichen Anerkennung oder Segnung von homosexuellen Lebensgemeinschaften führen. "

Dem katholischen Pfarrer in Wetzlar wurde deshalb das Amt als Bezirksdekan entzogen. Der Pfarrer hatte am vergangenen 15. August im Wetzlarer Dom eine Feier einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mitgestaltet.
 

 

Zur ganzen Meldung hier klicken:
http://www.katholisch.de/23699.html

Hier der Link zu einer interessanten Seite eines Münchner Seelsorgers:
http://www.tom-kammerer.de

Wir stellen Euch hier einige Reaktionen in Form von Pressemeldungen zusammen, damit Ihr Euch eine eigene Meinung bilden könnt.

Einen Umfangreichen Pressespiegel findet Ihr auch auf der offiziellen Partnerschaftsseite von Prof. Erbach und Kristof Heil
www.bleibt-alles-anders.eu

 


Volker Beck MdB
© Stefan Kaminski
Volker Beck MdB
Volker Beck, Erster parlamentarischer Geschäftsführer und menschenrechtspolitischer Sprecher, erklärt:

Die Abberufung des Bezirksdekans in Wetzlar durch den Limburger Bischof ist ein geistiges Armutszeugnis für die deutsche katholische Kirche. Die Entscheidung ist ein Dokument pharisaerhafter Bigotterie und der Unbarmherzigkeit gegenüber homosexuellen Christen. Ich bin schwer verärgert und tief enttäuscht, dass dies heute noch möglich ist.

Im Paulus-Jahr seien die Handelnden an 1. Korinther 13:13 erinnert:
"Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen."

Dem Bischof rufe ich zu: "Tun Sie Buße und kehren Sie um!"

Wenn das Bistum erklärt, dass der Bischof den Seelsorger von seinem Amt als Bezirksdekan abberufen habe, "um weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden", dann irrt das Bistum. Diese Entscheidung ist eine Entscheidung der Selbstgerechtigkeit und Hartherzigkeit. Die Kirche verfolgt unnachsichtig diejenigen, die Lesben und Schwule mit christlicher Nächstenliebe in der Gemeinde integrieren.

Ihre pädophilen Priester, die die Kinder, die ihnen zur Seelsorge anvertraut wurden, mißbrauchten und vergewaltigten, hat die Kirche oftmals über Jahrzehnte versteckt und geschützt. Dies hat der Kirche einen schweren Schaden zugefügt, nicht die Segnung eines homosexuellen Paares.

Homepage:
www.volkerbeck.de

 


Logo: HuK
© HuK
Logo Homosexuelle und Kirche (HuK)
HuK für öffentliche Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren

Seelsorge nicht nur von oben herab


Vatikan-Weisungen gegen die Lebenswirklichkeit von schwulen Christen und lesbischen Christinnen

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK e.V.) begrüßt ausdrücklich die öffentliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Sie ist sicher, dass viele katholische Christen dies unterstützen; vor allem spricht sie Pfarrer Kollas ausdrückliche Anerkennung für seinen Mut aus. Es würde besser um das gelebte Evangelium und um die römisch-katholische Kirche stehen, wenn es mehr Seelsorger gäbe, die das tun, was heute noch offiziell verboten ist.

Dass lesbische und schwule Paare als Christen und Christinnen von Gott gesegnet sind, ist für die HuK gar keine Frage. Daher unterstützt die Gruppe alle Paare, die Bezug zur christlichen Gemeinschaft haben und ihre Partnerschaft in einem Gottesdienst segnen lassen wollen. Dass kirchlicher Segen für Paare, die nicht eine unauflösliche, lebenslange heterosexuelle Beziehung eingehen können, für manche Christen wohl ein Problem darstellt, das zeigen die Vorgänge in Wetzlar. Der Bezirksdekan Peter Kollas hatte ein schwules Paar gesegnet.

Wenn das Bistum Limburg erklärt, die katholische Kirche wolle angemessene Formen der Seelsorge für homosexuelle Personen suchen, so darf man sehr gespannt sein, ob eine Seelsorge von oben herab gemeint ist oder ob die Suche der Kirche nach ihrem Weg mit den homosexuellen Kirchenmitgliedern in Abstimmung mit den Gruppen und Bewegungen geschieht, die über reichhaltige Erfahrung und über das Vertrauen von Lesben und Schwulen verfügen. Ohne die Lesben und Schwulen, die ehren- oder hauptamtlich in der katholischen Kirche mitmachen, sähe es noch dunkler aus. Das wissen auch Bischöfe. Die meisten sagen das aber nicht.

Die HuK ist seit über 30 Jahren eine bundesweite Organisation, in der christlich geprägte Lesben und Schwule eine Heimat finden. Die HuK ermutigt homosexuell empfindende Frauen und Männer, in ihren Kirchen sichtbar zu sein und sich auf allen Ebenen des Gemeindelebens zu engagieren. Die HuK hat u.a. in ihrem Flugblatt von 2006 "Unsere Hoffnung heisst Gerechtigkeit: Lesben und Schwule unter Benedikt XVI." (http://huk.org/aktuell/benedikt-faltblatt.htm) einige Vatikan-amtliche Texte der Lebenswirklichkeit von katholischen Schwulen und Lesben gegenübergestellt. Dem ist auch heute nichts hinzuzufügen.


Logo: LSVD
© LSVD
Scheinheilig: Bischof suspendiert Dekan wegen Segnung einer Lebenspartnerschaft

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat den Wetzlarer Pfarrer Peter Kollas vom Amt des Bezirksdekans abberufen, weil dieser ein homosexuelles Paar gesegnet hat.

Dazu erklärt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD): Die Suspendierung von Pfarrer Peter Kollas als Bezirksdekan ist ein Akt unerbittlicher Unversöhnlichkeit gegenüber homosexuellen Menschen. Wir fordern den Limburger Bischof auf, seine Strafaktion zurückzunehmen. Ein Priester wird bestraft, weil er Menschlichkeit gezeigt hat. Sein „Verbrechen“: die Mitgestaltung einer Feier für die eingetragene Lebenspartnerschaft und die Segnung eines homosexuellen Paares. Mit allen Mitteln versucht die römisch-katholische Kirche die Lebenswirklichkeit von Lesben und Schwulen in ihren Gemeinden zu verdrängen.

Scheinheilig erklärt das Bistum, man wolle für homosexuelle Personen angemessene Formen der Seelsorge zu suchen. Die Suspendierung zeigt, was damit gemeint ist: Wer sich Lesben und Schwulen im Geiste der Liebe zuwendet, erntet eine sofortige Maßregelung.
 

Homepage:
www.lsvd.de

 


LSU: Segen darf nicht verweigert werden

Pressemitteilung aus Anlaß der Abberufung eines katholischen Dekans wegen der Segnung eines homosexuellen Paares

"Wir segnen Pferde, Autos, Devotionalien. Warum sollen wir dann nicht auch die Liebe zweier Menschen segnen. Wenn zwei Menschen von der Kirche einen Segen erbitten, hat die Kirche nicht das Recht, diesen Segen zu verweigern", so der LSU-Bundesvorsitzende Reinhard Thole.

Die Segnung, auch von zwei homosexuell Liebenden ist mitnichten ein sakramentaler Akt und damit auch nicht die Gleichstellung mit dem Sakrament der Ehe.

Thole stellt klar: "Wir - alle Menschen - sind Kinder Gottes. So unterschiedlich wir sind, so einzigartig und gleichwertig sind wir aber doch." Und weiter: "Wir wollen uns nicht ausgrenzen lassen. Wir sind integriert in das gesellschaftliche und kirchliche Leben und leisten unseren Beitrag dazu."

Die undifferenzierte Bewertung der Segnungsfeier durch die Limburger Diözesanleitung verdeutlicht leider, mit wie viel Angst das gesamte Thema Homosexualität immer noch in der katholischen Kirche besetzt ist.

Die äußerst würdevolle Segnungsfeier fand nach der standesamtlichen Trauung durch den Wetzlarer Oberbürgermeister vor 250 Gästen im Dom zu Wetzlar statt. Es war die 1. offizielle katholische Segnung eines homosexuellen Paares.
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